Dem nächsten Formel-1-Rennen in Europa droht das Aus. Findet in diesem Jahr der Grand Prix in Imola zum vorerst letzten Mal statt?
Das Autodromo Enzo e Dino Ferrari (erbaut 1953) hat schon viel erlebt. 1980 siegte Nelson Piquet beim ersten offiziellen F1-Rennen in Imola. Anschließend stieg bis 2006 hier der Große Preis von San Marino. 2020 feierte die Strecke das Comeback als GP der Emilia-Romagna. In diesem Jahr könnte nun das vorerst letzte F1-Rennen in Imola steigen.
Denn der Grand Prix steht vor dem Aus. Formel-1-Chef Stefano Domenicali deutete in einem Interview an, dass die Traditionsstrecke in der Emilia-Romagna ab 2026 keinen festen Platz mehr im Rennkalender haben dürfte.
Mehr Stadtstrecken, weniger Traditionskurse?
"Es wird immer schwieriger, zwei Grands Prix im selben Land zu veranstalten, weil das Interesse an der Formel 1 wächst", sagte der Italiener in einem Radiointerview.
Der Große Preis von Italien auf der Rennstrecke Autodromo Nazionale verfügt über einen Vertrag mit der Motorsport-Königsklasse bis 2031. Der Deal mit Imola läuft indes nach der nächsten Ausgabe am 18. Mai aus.
Dass der Vertrag verlängert wird, gilt aktuell als unwahrscheinlich. "Das ist eine Situation, mit der wir uns in den kommenden Monaten auseinandersetzen müssen", sagte Domenicali weiter.
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Möglicherweise könnte die Strecke im angedachten Rotationsmodell mit mehreren europäischen Austragungsorten eingegliedert werden. Auch der Belgien-GP in Spa ist fortan nur noch rotierend dabei, das gleiche Schicksal droht dem Kurs in Barcelona.
Domenicali gab zu, dass ihm die Entscheidung schwerfalle, weil er selbst aus der Region stammt.
Großes Unglück 1994
"Meine Rolle als Formel-1-Präsident stellt mich vor so viele Anfragen aus Ländern in der ganzen Welt, die zum Wachstum der Formel 1 beitragen können", sagte er.
Nach dem aufgrund von Überschwemmungen abgesagten Rennen 2023 war zuletzt nicht mehr über einen Nachholtermin für Imola gesprochen worden.
In Imola ereignete sich eine der größten Tragödien der Formel-1-Geschichte. Beim Großen Preis von San Marino 1994 starb im Training am Samstag zunächst Roland Ratzenberger, einen Tag darauf Weltmeister Ayrton Senna. Daraufhin wurde die Strecke in Imola stark angepasst, um mehr Sicherheit zu gewährleisten. So wurden unter anderem in der Tamburello-Kurve Schikanen gebaut.




