Lediglich zwei Formel-1-Rennen (und ein Sprint) waren Liam Lawson vergönnt, bevor er zuletzt von Red Bull Racing ins Schwesterteam abgeschoben wurde. Der Druck und die Verunsicherungen seien zu groß geworden, man habe ihn "schützen" wollen, sagte Teamchef Christian Horner unter anderem. Aussagen, die Lawson so nicht stehen lässt.
In sportlicher Hinsicht gab es möglicherweise Argumente dafür, dass Liam Lawson in der Formel 1 von Red Bull Racing zu den Racing Bulls versetzt wurde, immerhin blieb der Neuseeländer in seinen Einsätzen neben Max Verstappen komplett ohne Punkte, während der Niederländer zeitgleich 36 Zähler holte.
Verunsichert, wie von Red-Bull-Teamchef Christian Horner behauptet, sei er aber nicht gewesen. "Ich denke nicht, dass sich mein Selbstvertrauen groß verändert hat", zitiert das Portal "RacingNews365" Lawson aus einer Medienrunde beim zurückliegenden Japan-GP. "Wir alle haben genug Selbstvertrauen, um hier zu sein und es in die Formel 1 zu schaffen."
Ohne den absoluten Glauben an sich selbst wäre man laut dem 23-Jährigen gar nicht in die Königsklasse gekommen. "Ich denke, den haben wir alle von Natur aus", betonte er.
Das Aus bei Red Bull Racing sei dennoch schade gewesen. "Natürlich hatte ich das Gefühl, dass ich dort die beste Gelegenheit haben würde. Darauf habe ich hingearbeitet, seit ich als 16-Jähriger in das Juniorprogramm aufgenommen wurde. Natürlich hätte ich diese Chance gerne wahrgenommen, das wäre das Beste gewesen", sagte er.
Lawson: "Das Aus war in gewisser Weise schon früh"
"Aber natürlich werden Christian Horner und das Team ihre Meinung dazu haben, was das Beste ist, und das müssen sie entscheiden", so Lawson weiter, für den Yuki Tsunoda neben Verstappen aufrückte.
Horner hatte zuletzt berichtet, dass selbst die Ingenieure "besorgt" auf ihn zugekommen seien, weil sie gesehen hätten, wie stark Lawson mit der Situation zu kämpfen hatte. "Wir hätten es dabei belassen können, das stimmt. Ich denke, Liam ist ein talentierter Fahrer - vielleicht hätte er es in einem halben Jahr geschafft. Aber so viel Zeit haben wir einfach nicht", betonte der Brite.
Dem 23-Jährigen diese Nachricht zu überbringen, sei "schrecklich" gewesen, "denn du nimmst jemandem seine Träume und Hoffnungen", sagte Horner. "Aber manchmal muss man hart sein, um jemandem am Ende zu helfen."
Lawson hingegen sah das naturgemäß ein wenig anders. Gefragt, ob er zu wenig Zeit bekommen habe, antwortete er: "Es waren nicht die einfachsten Wochenenden und die Strecken waren für mich völlig neu. In gewisser Weise war es also schon früh."
Allerdings räumte er auch ein, "dass sie mich auch deshalb geholt haben, um mich schnell einzugewöhnen", und deutete an, dass das nicht gelang.
So oder so: "Es ändert nichts an meiner Sichtweise oder an meiner Selbstwahrnehmung. Ich hatte das Gefühl, bereit zu sein. Auch wenn die Wochenenden hart waren, ändert sich daran nichts."



