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Kovac verglich Dortmund-Star noch mit Wirtz und Musiala

Brandt, Sabitzer und Co.: BVB-Stars im absoluten Formtief

Julian Brandt (5.v.r.) ist einer der BVB-Enttäuschungen in dieser Saison
Julian Brandt (5.v.r.) ist einer der BVB-Enttäuschungen in dieser Saison
Foto: © IMAGO/Bahho Kara
17. Februar 2025, 11:29

Die Krise von Borussia Dortmund ist nicht nur, aber auch ein Mosaik aus vielen Spielertiefs.

Das Starkreden schwächelnder Stars durch neue Trainer hat im Fußball Tradition, da wirkt der Durchschnittsspieler schnell mal wie ein Magier. Auch Niko Kovac hat in dieser Disziplin bei Borussia Dortmund ein Regal zu hoch gegriffen: Julian Brandt sei "irgendwo in der Range" von Florian Wirtz und Jamal Musiala anzusiedeln, sagte er - auf dem Niveau jener Senkrechtstarter, die unbestrittenes Weltstar-Potenzial besitzen. Und dieses auch abrufen.

Kovac löste damit vielerorts Widerspruch oder Belustigung aus, Zustimmung war kaum zu vernehmen. Statistisch untermauern lässt sich seine Aussage auch nicht: Derzeit steht Brandt sinnbildlich dafür, was beim BVB schiefläuft.

Zu viele Stars (oder jene, die sich dafür halten) stecken im Formtief und halten ihre durchaus vorhandene Qualität verborgen. Nicht umsonst warnt Nico Schlotterbeck vor einer "Horrorsaison".

Beispiel Brandt: Ganze acht Fouls hat der Mann gezogen, der nach dem Abgang von Marco Reus das Gesicht des Vereins sein soll. In 19 Liga-Spielen. Musiala steht bei 47, an der Spitze ist Omar Marmoush, inzwischen Manchester City, mit 55 (17 Spiele). Auch bei den Scorerpunkten (8) ist Brandt weit von Wirtz (20) oder Musiala (14) entfernt. Immer eloquent am Mikrofon - aber Führung in der Krise? Nein.

Beispiel Marcel Sabitzer: Der Österreicher hat ordentliche BVB-Phasen gehabt, aber jetzt? Motzte zu Saisonbeginn über seine Position, lieferte schwache Spiele ab, wurde in Bochum (0:2) zur Halbzeit ausgewechselt. 29 Saison-Pflichtspiele mit fast 2000 Minuten - kein Tor, keine Vorlage.

Beispiel Pascal Groß: Der Nationalspieler sollte der Stabilisator sein, derjenige, der im Mittelfeld die Fäden zum Netz verknüpft. Stattdessen nimmt Groß kaum Einfluss aufs Spiel, wirkt langsam. Auch abseits des Platzes fiel er bisher nicht durch Führung auf.

Beispiel Emre Can: Der Kapitän, der keiner ist? Kovac sieht das ganz anders, "schwärmt von Wille, Leidenschaft und Aggressivität". Für einen Anführer kommt aber auf und neben dem Platz zu wenig. Auch Can stellte sich nach dem Bochum-Spiel nicht - kein BVB-Profi kam in die Mixed Zone. Allerdings ist er unter Kovac derzeit als Innenverteidiger gesetzt.

Karim Adeyemi und Jamie Gittens: Beide hatten eine Glanzphase mit tollen Toren, der Durchbruch schien bevorzustehen. Und dann? Adeyemi hat vier Champions-League-Tore gesammelt (Liga: 2), schwankt zwischen Klassespiel mit Salto-Jubel und Totalausfall. Gittens hat starke sieben Bundesliga-Tore, aber sechs davon zwischen Mitte November und Mitte Januar: Die Durststrecken sind enorm. Auch Maximilian Beier passt in diese Kategorie.

Kovac wohl weiter als Starkredner gefragt

Die Dortmunder Sinnkrise besteht neben dem inzwischen angegangenen Führungschaos aus vielen Spielerkrisen. Das senkt Marktwerte - und erhöht die Schwierigkeit für einen Umbruch im Sommer.

Zusätzliches Problem: Kein einziger bedeutender (und damit hochdotierter) Vertrag im Kader läuft zum Saisonende aus. Erst 2026: Brandt, Niklas Süle, Can, Groß. Ein Jahr später folgen Schlotterbeck, Adeyemi und Sabitzer.

Kovac wird weiter als Starkredner gefragt sein. In der Bundesliga kommen gewinnbare Spiele, Union Berlin, St. Pauli, Augsburg. Das erste in dieser Reihe jedoch war: Bochum.

Allerdings muss der BVB auch noch nach München, Leipzig und Leverkusen. Das Wohlfühlspiel in der Champions League gegen Sporting Lissabon am Mittwoch (18.45 Uhr/DAZN) kommt nach dem überzeugenden 3:0-Auswärtssieg im Hinspiel gerade recht. Danach wird vielleicht sogar wieder geredet.

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