Nach der zweiten Niederlage im dritten Spiel bei der diesjährigen Handball-Weltmeisterschaft brennt bei Co-Gastgeber Norwegen der Baum. Ein Ex-Nationalspieler übt scharfe Kritik an der Leistung des Co-Gastgebers.
Nach einer überraschenden 28:31-Pleite in Oslo gegen Portugal liegen Norwegens Handball-Stars am Boden.
Der als Mit-Favorit ins WM-Turnier gestartete Co-Gastgeber hatte schon den Auftakt gegen Brasilien (26:29) völlig in den Sand gesetzt. Nur die absolute Pflichtaufgabe gegen Underdog USA gelang, sodass Norge nun ohne Punktmitnahme in die Hauptrunde schlittert - vom möglichen Titel spricht man in der Handball-Nation daher schon gar nicht mehr.
Im Gegenteil: Havard Tvedten, Ex-Nationalspieler und heute Experte beim TV-Sender "NRK", fand nach dem Portugal-Spiel deutliche Worte. "Das ist ein schwerer, schwerer Rückschlag und eine Enttäuschung für alle, die große Hoffnungen auf den WM-Titel hatten", sagte der ehemalige Linksaußen, der seine aktive Karriere vor allem in Dänemark und Spanien verbrachte.
Handball-Star Sagosen: "Großer Schlag für mich und das Team"
Tvedtens vernichtendes Urteil über den Zustand der Mannschaft: "Erschreckend ist meiner Meinung nach die Art und Weise, wie diese Mannschaft auftritt. Es mangelt ihr an Selbstvertrauen und am Glauben, wirklich dominieren zu können. Sie sehen verängstigt aus."
Auch der Ex-Kieler Sander Sagosen, der gegen Portugal drei Tore erzielte, zeigte sich im Gespräch mit "NRK" tief enttäuscht: "Das ist ein zu großer Schlag für mich und das Team." Für Norwegen-Trainer Jonas Wille war die Niederlage "brutal", schon nach der Niederlage gegen Brasilien habe sich bei den Spielern "mental etwas eingeschlichen".
Gegen Portugal war der Ausgang der Partie lange offen, mehrfach wechselte die Führung. Nach der Halbzeit konnte sich Norwegen zeitweise sogar absetzen, die formstarken Portugiesen fanden aber rechtzeitig zurück ins Spiel und bewiesen in der Schlussphase die besseren Nerven. Als Tabellenführer nimmt Portugal nun die Maximalausbeute von vier Zählern mit in die Hauptrunde.
In der Hauptrunde erreichen nur die besten zwei Mannschaften jeder Sechsergruppe das Viertelfinale.








