Er ist Titelverteidiger und die Nummer eins der Tennis-Welt: Jannik Sinner startet als Favorit in die Herren-Konkurrenz der Australian Open 2025. Abseits der sportlichen Erfolge schwebt allerdings eine dunkle Wolke über der Karriere des Italieners, der im März 2024 positiv auf das verbotene Steroid Clostebol getestet worden war. Das ganze Ausmaß des positiven Dopingtests ist nach wie vor nicht bekannt. Ein Umstand, der Sinner belastet.
"Ich würde lügen, wenn ich sage, dass ich es vergessen kann", erklärte Jannik Sinner auf einer Pressekonferenz im Vorfeld der Australian Open 2025: "Ich trage das schon ziemlich lange mit mir herum. Aber ich habe nichts falsch gemacht, deshalb bin ich noch hier, deshalb spiele ich immer noch."
Am 20. August 2024 teilte die International Tennis Integrity Agency (ITIA) mit, dass Sinner am 10. März beim Masters-Turnier in Indian Wells desselben Jahres und bei einer Trainingskontrolle acht Tage später positiv auf das Steroid Clostebol getestet worden war.
Der Italiener konnte glaubhaft darlegen, dass der positive Test eine Folge einer sporttherapeutischen Massage durch ein Mitglied seines Betreuerteams war. Sinner wurde freigesprochen und verlor "lediglich" die unter Dopingeinfluss erspielten Weltranglistenpunkte und Preisgelder. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kündigte allerdings an, den Freispruch zu prüfen. Ein Urteil soll noch im ersten Quartal 2025 gefällt werden.
Sinner weicht kritischen Stimmen aus
Auch einige Konkurrenten, allen voran Nick Kyrgios, sparten nicht mit Kritik und stellten die Rechtmäßigkeit der milden Strafe infrage.
Sinner vermied es, den Reaktionen zu entgegnen: "Ich will nicht auf das reagieren, was Nick gesagt hat oder was andere Spieler sagen", betonte er: "Ich denke, das Wichtigste ist, dass ich meine Leute um mich habe. Die wissen im Gegensatz zu diesen Personen genau, was passiert ist."
Er sei ohnehin eher jemand, der extreme Vorsicht walten lasse, um keine Fehler zu begehen: "Ich war schon bevor es passierte sehr vorsichtig. Bei jedem einzelnen Medikament, sogar bei allem, was ich esse", sagte der 23-Jährige: "Wenn ich die Flasche irgendwo hinwerfe, nehme ich dann eine neue. Ich war schon immer sehr vorsichtig mit alldem."






