Radsport-Superstar Tadej Pogacar war in 2024 nicht zu schlagen, auch nicht vom zweifachen Sieger der Tour de France Jonas Vingegaard. Für die neue Saison muss dessen Team Visma - Lease a Bike daher neue Wege gehen.
Radsport-Topteam Visma - Lease a Bike um Jonas Vingegaard sieht sich angesichts der Leistungen von Tadej Pogacar gezwungen, seine Strategie bei der Tour de France zu überdenken.
Grischa Niermann, Sportlicher Leiter des Rennstalls, erklärte im Interview mit "Eurosport": "Eine Entwicklung ist klar angekommen: Die Topfahrer können von sehr viel weiter weg attackieren und haben das Selbstvertrauen, dass sie eine Lücke auf diese Distanz halten können. Das hat sich im Vergleich zu den letzten Jahren geändert."
Man sei 2024 "mit einer Taktik in die Tour gegangen, mit der wir Pogacar in den vergangenen beiden Jahren geschlagen haben - aber er hat so einen Leistungssprung gemacht, dass das jetzt nicht mehr funktioniert hat", musste Niermann bilanzieren. Die Konsequenz: "Also werden wir uns neue Strategien überlegen müssen."
Niermann: Ein Fahrer hat die "Erwartungen übertroffen"
Sein Fazit für das abgelaufene Jahr fällt gemischt aus. "Es war nicht alles schlecht, obwohl es natürlich viel Pech war, dass unsere beiden besten Fahrer so lange ausgefallen sind", so der Sportliche Leiter mit Blick auf die Ausfälle von Jonas Vingegaard und Wout van Aert.
"Am Ende waren wir hinter UAE Team Emirates das zweitbeste Team und hatten vor allem am Anfang der Saison tolle Erfolge mit Matteo Jorgenson und einigen anderen", hob der Deutsche hervor: "Matteo ist ein gutes Beispiel für einen Lichtblick in dieser Saison. Ihn hatten wir auch ins Team geholt, weil wir ihm genau das zugetraut haben. Dass er das so schnell umsetzen kann, hat sicher auch unsere Erwartungen übertroffen."
Mit Blick auf 2025 will das Team das Augenmerk vor allem auf sich selbst legen. Auch bei Jonas Vingegaard gibt es "noch einige Punkte, an denen wir ansetzen können", so der 49-Jährige: "Seine Leistungswerte waren bergauf die besten seiner Karriere, trotz der schwierigen Vorbereitung. Das zeigt uns, dass er sich weiter verbessern kann."
Man müsse aber "anerkennen, dass Pogacar ein überragendes Jahr gefahren ist und uns einige Hausaufgaben aufgegeben hat, um die Lücke zu schließen".




