Zehn Jahre war Prof. Dr. Holger Broich beim FC Bayern in leitender Funktion als Fitness-Coach tätig, bis sich im Sommer die Wege mit einigen Nebengeräuschen trennten. Inzwischen arbeitet der 50-Jährige für einen Milliarden-Unternehmen und soll dort Aufbauarbeit leisten.
Dabei handelt es sich um die Schwarz-Gruppe mit Sitz im baden-württembergischen Neckarsulm, zu der unter anderem die Discounter-Kette Lidl sowie Kaufland gehören.
Broich fungiert dort seit Anfang Oktober als Bereichsvorstand für "Health and Performance". Laut "Sport Bild" soll er ein Gesundheitslabor aufbauen. Es geht dabei um Leistungs-Diagnostik, aber auch die Beratung von Athletinnen und Athleten. Bei Neckarsulm soll ein eigenes Trainingszentrum entstehen.
Die Schwarz-Gruppe verfügt angesichts eines Jahresumsatzes von 167,2 Milliarden Euro nicht nur über große finanzielle Mittel. Sie ist inzwischen auch im Spitzensport engagiert, beispielsweise beim US-amerikanischen Radsport-Team Lidl-Trek. Dieses dürfte in Zukunft also auch von Broichs Expertise profitieren.
Der Sportwissenschaftler hatte vor seiner Zeit beim FC Bayern mehr als ein Jahrzehnt für Bundesliga-Konkurrent Bayer Leverkusen gearbeitet. Nach seinem Abschied aus München stand ein Wechsel zum FC Barcelona im Raum, wo Cheftrainer Hansi Flick gerne wieder mit Broich zusammengearbeitet hätte. Dieser zerschlug sich aber.
Nebengeräusche rund ums Aus beim FC Bayern
Broichs Aus beim FC Bayern ging nicht geräuschlos über die Bühne. In der abgelaufenen Saison gab es einem "tz"-Bericht aus dem Juni zufolge interne Kritik an seiner Arbeit wegen der zahlreichen Muskelverletzungen im Kader des deutschen Rekordmeisters.
Außerdem soll Broich sowohl Schwierigkeiten mit Ex-Chefcoach Thomas Tuchel als auch mit dessen Vorgänger Julian Nagelsmann gehabt haben.
Im "kicker" setzte sich Broich damals zur Wehr. "Die Faktenlage ist klar: Wir haben in diesem Jahr keine gute Leistung gebracht und hatten zu viele Verletzte. Aber sich jetzt einen Mann herauszupicken und auf ihn mit dem Finger zu zeigen, finde ich sehr enttäuschend", sagte er.
"Wo ist die Frage nach der Verantwortlichkeit des gesamten Teams, der Trainer, der Ärzte, der Physios? Jetzt alles an meinem Namen festzumachen, finde ich sehr enttäuschend. Das ist üble Nachrede", so der Mediziner weiter.




























