Vor dem Pokal-Achtelfinale bei RB Leipzig (ab 20:45 Uhr bei Sky* und WOW*) strotzt Eintracht Frankfurt vor Selbstvertrauen. Die Hessen sind derzeit nicht nur sportlich überaus erfolgreich, sondern auch bestens für die Zukunft gerüstet. Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe winken.
Ligaweit schauen Manager neidisch nach Frankfurt, neuerdings auch im Fußball eine Finanzmetropole. Jahr für Jahr beweist die SGE-Führung um Sport-Vorstand Markus Krösche ein bemerkenswert gutes Händchen bei der Personalwahl.
Einige der jüngsten Beispiele: 2022 wurde ein gewisser Randal Kolo Muani ablösefrei aus Nantes geholt und nur 14 Monate später für 95 Millionen Euro an Paris Saint-Germain weiterverkauft.
Bei Willian Pacho schlug PSG im letzten Sommer ebenfalls schon nach einer Saison zu, Frankfurt kassierte im Gegenzug 40 Millionen Euro. Da man selbst lediglich neun Millionen Euro ausgegeben hatte, war der Transfergewinn trotz einer Weiterverkaufsbeteiligung für Royal Antwerpen auch hier üppig.
Marktwerte bei Eintracht Frankfurt explodieren
Auffällig: Selbst nach einer allenfalls soliden Saison wie der vergangenen waren die Leistungsträger der Eintracht europaweit begehrt. Wie soll es erst werden, wenn der aktuelle Tabellenzweite auch im Mai noch unter den Top Vier zu finden sein sollte?
Am nötigen Tafelsilber mangelt es dem Kader des Europa-League-Teilnehmers jedenfalls nicht, die Marktwerte von vielen Leistungsträgern sind förmlich explodiert.

Ein Omar Marmoush ist nach seiner bisherigen Fabelsaison voraussichtlich über 50 Millionen Euro wert, Top-Talente wie Hugo Larsson, Hugo Ekitike und Ansgar Knauff aufgrund ihres Alters wohl ebenso.
Und es kommen ständig neue Hoffnungsträger dazu: Senkrechtstarter Nathaniel Brown gehört die Zukunft am Main, auch Youngster wie Can Uzun, Oscar Höjlund, Kaua Santos und Igor Matanovic wecken Fantasie, selbst wenn dem Quartett der endgültige Durchbruch noch nicht geglückt ist.
Frankfurter "Talente-Durchlauferhitzer"
Einen Löwenanteil am Höhenflug der Adler hat freilich die Scoutingabteilung, die Trefferquote der Eintracht ist ligaweit unerreicht. Selbst Pokalgegner RB Leipzig kann da nicht mehr mithalten.
Von der "Hessenschau" wurde die SGE im Frühjahr angesichts ihrer auffälligen Verkaufserfolge als "Talente-Durchlauferhitzer" betitelt. In der Tat: Allzu lange bleiben Shootingstars normalerweise nicht in Frankfurt.
Umso wichtiger ist es, einen Trainer zu haben, der - wenn auch für überschaubare Zeit - Identifikation schaffen kann. Dino Toppmöller gelingt dies nach einem durchwachsenen ersten Jahr immer besser.
Eine elementare Grundvoraussetzung, um den nächsten Hugo Larsson von einer Unterschrift bei der Eintracht überzeugen zu können.
Einnahmen über 100 Millionen Euro möglich
Erfolgsmanager Krösche macht indes keinen Hehl daraus, dass sich die SGE, aktuell Bayern-Jäger Nummer eins, auch weiter als Karrieresprungbrett versteht.
"Natürlich gibt es immer auch Schmerzgrenzen. Es gibt immer Summen, wo wir als Klub überlegen müssen, ob es der richtige Moment und auch der richtige Betrag ist", erklärte der 44-Jährige bei "Welt TV". Grundsätzlich sei der Verein auf Transfererlöse angewiesen.
Spieler, deren Entwicklungsschritt schneller ist als der des Klubs, würde man bei attraktiven Offerten ziehen lassen. "Das haben wir in den letzten Jahren auch so umgesetzt", verdeutlichte Krösche, der in Leipzig zuvor eine ähnliche Philosophie verfolgt hatte.
Noch ist unklar, wer der nächste Multi-Millionen-Verkauf der Frankfurter wird. Da nahezu alle Stammspieler noch langfristig gebunden sind, können mögliche Transferpoker allerdings gelassen angegangen werden.
Schon 2025 winken der Eintracht wieder Einnahmen in dreistelliger Millionenhöhe - und wie man die Scoutingabteilung kennt, stehen die Nachfolger für potenzielle Abgänge schon in den Startlöchern.
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