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Verbandschef lässt Dampf ab

Schwere Vorwürfe gegen Biathlonverband

Eine umstrittene neue Biathlon-Regel sorgt derzeit für großen Ärger
Eine umstrittene neue Biathlon-Regel sorgt derzeit für großen Ärger
Foto: © IMAGO/Christian Einecke
07. Oktober 2024, 14:07
sport.de
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Frankreichs Biathlon-Verbandschef Stéphane Bouthiaux hat die zur kommenden Weltcupsaison vom Weltverband IBU neu eingeführte Startgruppen-Regel mit überaus scharfen Worten kritisiert. 

"Wir sind komplett gegen dieses neue Startgruppen-System, das total unlogisch ist", stimmte Bouthiaux im Gespräch mit dem "Nordic Magazine" zunächst noch milde Kritik an. Einmal in Rage geredet, legte er dann aber mit deutlichen Worten nach. 

"Das neue System wirkt so, als ob sie entschieden hätten, die Besten mit einem Ballast zu belegen, um das Level aller Athleten auszugleichen. Ich finde das komplett skandalös", sagte der Chef des französischen Verbandes. 

Biathlon-Regel kann zu einem "echten Desaster" führen

"Ich habe den Leuten, mit denen ich bei der IBU sprechen konnte, klargemacht, dass ich gegen diese Projekt bin. Auch das Athleten-Komitee war dagegen, die Vertreter der Trainer auch. Und ich glaube, auch die Hälfte des Technischen Komitees. Trotzdem haben sie eine Regel verabschiedet, die komplett unsportlich ist", klagte Bouthiaux, der sagte: "Ich bin sauer auf die IBU und hoffe, dass es das letzte Mal ist, dass sie eine schlechte Entscheidung treffen."

Vor dem französischen Verbands-Boss äußerten sich auch schon zahlreiche Athletinnen und Athleten äußerst kritisch zur neuen Regel, die laut Bouthiaux eine ganz deutliche und offensichtliche Schwachstelle hat. 

"Das Problem ist, dass die Nummer 16 [der Weltcupwertung] mit der Nummer 16 ins Rennen gehen kann und die Nummer eins mit der Nummer 75. Das ist ein Unterschied von einer halben Stunde! Wenn wir Bedingungen wie bei den letzten Weltmeisterschaften haben, ist das ein echtes Desaster", wetterte Bouthiaux, der die Regel anschließend als "Skandal" und "inakzeptabel" bezeichnete. 

Hintertür für Biathlon-Boss nur ein Bluff

Wie viele Athletinnen und Athleten ist auch Bouthiaux der Meinung, dass sich die Besten des Weltcups das Recht verdient haben, ihre Startgruppe selbst zu wählen. Diese "Belohnung" wurde nun außer Kraft gesetzt. Zwar ließ sich die IBU eine Hintertür für kurzfristige Änderungen an einem Wochenende offen, doch für Bouthiaux hält auch dieses Argument einer sorgfältigen Prüfung nicht stand.

"In der Jury sitzen drei Leute von der IBU und zwei Trainer. Je nachdem, welche Trainer ausgewählt werden, kommt die Situationen einigen entgegen, zum Beispiel den Nationen ohne Top-Läufer. Und damit die Jury die Regel ändert, müssten die Bedingungen mehr als katastrophal sein und es müsste bestimmtes Wetter herrschen, weil diese Entscheidung am Tag vor dem Rennen bei der Auslosung getroffen werden muss", sagte der Franzose. 

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