Profiboxer Agit Kabayel hat Nelvie Tifack zur Bronzemedaille bei den Olympischen Spielen in Paris. Ein Aspekt der TV-Übertragung geht Deutschlands Top-Schwergewichtler aber gewaltig auf den Zeiger.
"Ich habe gerade Boxen geguckt. An der Stelle erstmal Gratulation, Nelvie für deine Medaille", sagte Kabayel in einem Instagram-Video zu Tiafacks Erfolg in Paris. Eine andere "Sache" wollte der Mann aus Wattenscheid aber "auf jeden Fall" ebenso loswerden.
"Ich habe Boxen beim ZDF geschaut. Da wird über Anthony Joshua geredet, da wird über Tyson Fury geredet, da wird über Klitschko geredet. Aber warum, Deutschland? Ihr habt doch hier die Nummer zwei, drei der Weltrangliste, ihr könnt doch meinen Namen auch mal erwähnen. Es tut doch nicht weh, dass dieser junge Herr für Deutschland boxt. Einfach nur schade", so der 31-Jährige aus Wattenscheid.
Kabayel hatte am 18. Mai im Rahmenprogramm von Fury und Oleksandr Usyk den hochgehandelten Kubaner Frank Sanchez in einem "Final Eliminator" eindrucksvoll geschlagen und sich eine WM-Chance beim WBC erkämpft.
In der Rangliste des Verbandes belegt der "Junge aus dem Pott" hinter Fury Rang zwei. Der Brite trifft sich am 21. Dezember mit Usyk zur Revanche, danach hätte Kabayel beim WBC ein Herausforderer-Recht.
Auch im prestigeträchtigen Ranking der amerikanischen Box-Bibel "The Ring" steht der Deutsche als Fünfter weit oben, in der Computer-Rangliste von "Boxrec" rangiert er hinter Usyk und Joshua gar an Position drei.
Boxen: Trotz Spektakel-Siegen strebt Kabayel nach Anerkennung
Kabayel hatte schon nach seinem spektakulären Sieg über den russischen Riesen Arslanbek Makhmudov Ende 2023 kritisiert, dass er in seiner Heimat medial zu wenig beachtet werde. Ein Grund hierfür sei der Migrationshintergrund seiner Familie. "Wenn Deutschland es irgendwann akzeptiert, dass ein Agit Kabayel auch deutsch sein kann, dann können wir große Meilensteine setzen", sagte er.
Im Interview mit ntv.de und sport.de vor dem Sanchez-Kampf unterstrich Kabayel dieses Ringen um Anerkennung. "Mein Coach (Sükrü Aksu, d.Red.) und ich: wir streben seit Anfang unserer Karriere nach der Akzeptanz in der Gesellschaft. Wir haben zwar einen Migrationshintergrund, aber wir wollen in Deutschland akzeptiert werden wie jeder andere. Diesem Ziel jagen wir seit Jahren hinterher."
Das deutsche Boxen solle "doch stolz sein, dass jemand seit vielen Jahren den deutschen Boxsport im Ausland repräsentiert, gut repräsentiert."

