Das Verhalten von Titelverteidiger Jonas Vingegaard auf der 9. Etappe der Tour de France verärgerte nicht nur den führenden Top-Favoriten Tadej Pogacar, sondern auch den aktuell zweitplatzierten Remco Evenepoel.
Er und Pogacar seien "nicht glücklich" mit der passiven Fahrweise von Vingegaard gewesen, klagte der Belgier nach der Zielankunft am Sonntag. Der Däne hatte sich zuvor beim Angriff der drei Favoriten zurückgehalten, keinerlei Führungsarbeit geleistet und den Versuch dadurch mehr oder weniger sabotiert.
Pogacar und Evenepoel ärgerte dies mächtig, denn sie investierten viele Körner und vertraten beide die Ansicht, dass man die große Chance ungenutzt ließ, die weiteren Klassement-Fahrer entscheidend zu distanzieren.
Evenepoel und Pogacar von Vingegaard "genervt"
"Ich hatte wirklich das Gefühl, dass wir das Podest der Tour hier hätten festlegen können. Leider müssen wir es so akzeptieren, obwohl ich denke, dass man manchmal Eier im Rennen zeigen muss. Leider hat Jonas das nicht getan. Das war Teil ihres Plans", regte sich Evenepoel über die Taktik von Vingegaards Visma-Team auf.
Aus Team-Perspektive verstehe er das Verhalten des dänischen Titelverteidigers, ergänzte Evenepoel. "Trotzdem waren Tadej und ich genervt. Wir wollten als Gruppe weiterfahren, aber Jonas ist defensiv gefahren. Aber nochmal: Wir müssen das akzeptieren. Er wird seine Gründe haben."
"Jonas hat nicht kooperiert"
Auch Pogacar hatte sich zuvor über das Versteckspiel von Vingegaard geärgert und erklärt: "Es war eine große Chance für uns, die anderen Klassement-Fahrer zu distanzieren und das Podium zu sichern, aber Jonas hat nicht kooperiert."
In den Augen des Slowenen war das ein Fehler. "Ich denke, dass sich Visma zu sehr auf mich konzentriert und die anderen Klassement-Fahrer unterschätzt. Sie folgen nur mir und denken gar nicht an Primoz Roglic oder Remco [Evenepoel]", sagte Pogacar.





