Karl Bebendorf rennt über 3000 m Hindernis überraschend zu Bronze, gelingt dem deutschen Team bei der EM nun ein starker Endspurt?
Karl Bebendorf strahlte über das ganze Gesicht, schrie nach seinem packenden Medaillen-Coup seine Freude heraus und ließ sich dann mit der Deutschland-Fahne um den Schultern feiern. Mit einem packenden Finish rannte Bebendorf über 3000 m Hindernis überraschend zu Bronze, nun soll auch dem deutschen Team bei der Leichtathletik-EM in Rom ein starker Endspurt gelingen.
Als Nächster könnte Zehnkampf-Titelverteidiger Niklas Kaul jubeln. Doch für die angepeilte nächste Medaille braucht der Europameister wieder seinen berühmten Punch in den letzten Disziplinen.
Bebendorf hat am Montagabend vorgemacht, wie es geht. Mit einem spektakulären Schlussspurt lief er aus dem Mittelfeld noch auf das Podium - und holte so das sechste Edelmetall für die DLV-Mannschaft in Italien.
"Siuuu", brüllte Bebendorf hinterher ins "ZDF"-Mikro in Anlehnung an den berühmtem Jubelschrei von Fußball-Star Cristiano Ronaldo: "Ich habe die ganze Zeit daran gedacht: Beine locker halten, Beine locker halten". Damit er am Ende noch zulegen kann: "Und genau dieser Punkt ist eingetreten. Das war auch der einzige Weg, das Rennen irgendwie zu gewinnen. Und das hat funktioniert." Und wie. Zudem knackte Bebendorf auch die Norm für die Olympischen Spiele in Paris, die in rund sechs Wochen beginnen.
"Jetzt bin ich glücklich, dass ich auch noch diese geisteskranke Zeit hier hingelegt habe", sagte Bebendorf: "Somit verabschiede ich mich jetzt erstmal in den Urlaub und dann sehen wir uns in Paris wieder."
Trotz des Jubels um Bebendorf, die Bilanz der DLV-Asse in Rom ist noch ausbaufähig. Noch kein Gold, zwei Mal Silber, dazu nun vier Bronzemedaillen. Die starke Ausbeute von der Heim-EM in München (7/7/2) ist mittlerweile außer Reichweite, doch an den letzten beiden EM-Tagen will das deutsche Team noch einmal durchstarten. Gelingt mit Bebendorf und Kaul die Wende?
Hoffnung auf weitere Medaillen für das DLV-Team
Der Mainzer war stark in den Zehnkampf gestartet, doch nach einem Wackler im Hochsprung mit nur 1,96 m liegt Kaul zur Halbzeit lediglich auf Platz 13. Für den 26-Jährigen ist das Podium aber weiterhin möglich - doch dafür braucht er einen fulminanten Schlussspurt wie bei seinem WM-Triumph 2019 oder seinem Gold-Moment von München.
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Neben Kaul können noch andere für DLV-Sternstunden in Italien sorgen: Allen voran Weitsprung-Königin Malaika Mihambo und Speerwurf-Titelverteidiger Julian Weber, deren Finals am Mittwoch auf dem Plan stehen. Zudem könnte Gina Lückenkemper die Sprintstaffel erneut zu einer Medaille führen, vielleicht gelingt auch Dreispringer Max Heß ein Coup.
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Einfach "alles geben" will etwa Weber, um erneut Gold zu holen und so noch einmal Selbstvertrauen auf dem Weg nach Paris zu sammeln. Und Mihambo hofft in Rom auf ihren ersten 7-Meter-Sprung in diesem Jahr. "Ich bin früh sehr gut drauf", sagte die 30-Jährige der "ARD": "Ich hoffe, dass ich jetzt meine gute Form zeigen kann, weil mir das in dieser Saison noch nicht gelungen ist."
Zwei Tage bleiben dem deutschen Team noch, um die Bilanz aufzuhübschen.
