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Im Mugello-Sprint

Bastianini vs. Martin: Uneinigkeit über Kollision

Ärger in der MotoGP?
Ärger in der MotoGP?
Foto: © IMAGO/nordphoto GmbH / Bratic
01. Juni 2024, 18:00

Während Francesco Bagnaia (Ducati) am Samstag in Mugello seinen ersten Sprint-Sieg der MotoGP-Saison 2024 eingefahren hat, muss Jorge Martin (Pramac-Ducati) erstmals in dieser Saison an einem Samstag eine Nullnummer verkraften.

MotoGP-Tabellenführer Martin startete das kurze Samstagsrennen in Italien von der Pole, stürzte aber in der achten der elf Runden. Zuvor hatte es unabhängig davon in der gleichen Kurve - San Donato (Kurve 1) - eine Kollision zwischen Martin und Enea Bastianini gegeben.

Die Kollision trug sich in der dritten Runde zu. Während "Pecco" Bagnaia nach gewonnenem Start von Beginn an vorneweg fuhr, duellierten sich Martin und Bastianini um die zweite Position. Erst lag der Italiener vorne, dann der Spanier.

In jener dritten Runde bremste Martin die San-Donato-Kurve vor Bastianini an. Der Ducati-Werkspilot aber bremste später und kam vorbei. Dabei allerdings wurde er weit nach außen getragen. Im weiteren Verlauf der Kurve kreuzten sich dann die Wege der beiden.

Für Bastianini war der Sprint gelaufen. Der Italiener schaffte es zwar noch zurück an die Ducati-Box, gab dort aber auf. Martin, der bei der Kollision nicht nur sitzengeblieben war, sondern auch die zweite Position zunächst halten konnte, kam bei dieser Szene davon. Fünf Runden später aber stürzte er in der gleichen Kurve, ohne dass ein anderer beteiligt war. Damit war auch für ihn der Samstag in Mugello gelaufen.

Was die Kollision zwischen Martin und Bastianini betrifft, so wurde noch im Verlauf des Sprints entschieden, dass keine Strafe ausgesprochen wird. Die Rennkommissare hakten den Zwischenfall sofort als Rennunfall ab. Wie haben Martin und Bastianini selber die Szene erlebt?

"Es hängt natürlich immer von der Sichtweise ab, aber meiner Ansicht nach war die Situation durchaus am Limit", sagt Bastianini und erklärt: "Ich finde, es war ein aggressiver Kontakt. Ich lag vorne, habe einen heftigen Schlag gespürt und konnte nichts tun."

Martin schildert die Kollision so: "Enea war ja schon in der ersten Runde sehr aggressiv. Bei der Situation [in der dritten Runde] war es dann so, dass er in Kurve 1 nach außen getragen wurde. Ich hingegen habe meine normale Linie gehalten. Ja, ich habe eine Berührung gespürt. Ich wusste aber nicht, ob er zu Sturz gekommen ist oder nicht. Gesehen habe ich es erst später auf dem großen Bildschirm."

Auf Nachfrage, ob sich die Kollision mit Bastianini hätte vermeiden lassen, antwortet Martin unbeeindruckt: "Klar, hätte sie sich vermeiden lassen, wenn er nicht auf die Ideallinie zurückgekommen, ohne aufzupassen. Ich hatte eine normale Linie. Er war derjenige, der nach außen getragen wurde. Ich habe meine Linie gehalten, trotzdem haben wir uns berührt. Ich hatte Glück, dass er gestürzt ist und ich nicht."

Martin rätselt über seinen Sturz kurz vor Schluss

Das freilich hatte nur fünf Runden lang Bestand. Und über seinen eigenen Sturz in der achten Runde, der schließlich auch für ihn das Aus bedeutete, rätselt Martin: "Ich habe mir die Daten angesehen. In der Runde davor hatte ich den Bremspunkt ein wenig verpasst und kam weit nach außen. Deshalb habe ich eine Runde späte ein bisschen früher und ein bisschen weniger aggressiv gebremst. Ich konnte die Linie halten, bin aber gestürzt. Warum das so war, weiß ich nicht."

"Ich mag es nicht, zu stürzen und nicht zu wissen, warum ich gestürzt bin", gibt Martin zu und äußert sich damit ganz ähnlich wie es Francesco Bagnaia vor einer Woche in Barcelona nach seinem eigenen Sprint-Sturz getan hatte. "Wahrscheinlich", so Martin über seinen Sturz am Samstag in Mugello, "war ich bezogen auf das Vorderrad wirklich am Limit. Der Reifendruck war okay, aber ich habe den Reifen in den ersten Runden wohl zu stark beansprucht."

"Für morgen", blickt der MotoGP-Tabellenführer auf den Grand Prix von Italien am Sonntag voraus, "müssen wir die Abstimmung auf jeden Fall verbessern. Denn so, wie sich das Motorrad heute verhalten hat, kann ich nicht konkurrenzfähig sein". Im Vergleich zu Francesco Bagnaia und Marc Marquez, denen er kurz vor seinem Sturz folgte, sei es Martin "deutlich schwerer gefallen, in die Kurven einzulenken", wie er sagt.

In der MotoGP-Gesamtwertung 2024 ist der Punktevorsprung von Tabellenführer Martin auf Verfolger Bagnaia am Samstag in Mugello auf 27 Zähler geschrumpft. Das heißt aber auch, dass Martin noch als WM-Führender aus Italien abreißen wird.

Italien GP 2024

1ItalienFrancesco Bagnaia19:30.251m
2SpanienMarc Márquez+1.469s
3SpanienPedro Acosta+4.147s
4ItalienFranco Morbidelli+5.421s
5SpanienMaverick Viñales+7.693s

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