Die SG Flensburg-Handewitt gewinnt erstmals den Titel in der European League und beendet eine zehnjährige Durststrecke.
Ausgelassen hüpfte Johannes Golla über das Spielfeld und feierte mit seinen Teamkollegen der SG Flensburg-Handewitt eine wilde Titelparty. Erstmals hat der Nordklub durch ein 36:31 (15:14) über Vorjahressieger Füchse Berlin die European League gewonnen und damit eine Durststrecke beendet, zehn Jahre nach ihrem Champions-League-Triumph holte die SG in Hamburg wieder einen internationalen Titel. "Flensburg, Flensburg", riefen die Fans des Bundesliga-Dritten begeistert von den Tribünen.
"Das ist Wahnsinn", sagte Emil Jakobsen, der als wertvollster Spieler (MVP) des Final-Wochenendes ausgezeichnet wurde. "Die Arbeit hat sich nach zehn Monaten ausgezahlt. Es ist schön, etwas in den Händen zu halten", meinte Golla bei Dyn. Kay Smits dachte schon an die Heimfahrt: "Flensburg ist zum Glück um die Ecke."
Die Berliner waren sichtlich enttäuscht. "Flensburg war einfach besser. Uns sind die Kräfte ausgegangen", sagte Fabian Wiede, hob bei aller Enttäuschung aber die gute Saisonbilanz hervor. "Was wir dieses Jahr abgeliefert haben, war unglaublich."
Handball: Erster internationaler Titel für Flensburg seit 2014
Die SG setzte mit ihrem verdienten Sieg in einem hochklassigen Endspiel vor 10.050 Zuschauern in der Hansestadt auch eine stolze deutsche Serie fort: 18 von 20 Titeln in Europas zweitwichtigstem Klubwettbewerb gingen in den beiden zurückliegenden Dekaden an Vereine aus der Bundesliga. Berlin verpasste hingegen nach 2015, 2018 und 2023 seinen vierten Titelgewinn im ehemaligen EHF-Pokal.
Bester Werfer für die Flensburger, die sich im Halbfinale am Samstag mit 38:32 gegen Dinamo Bukarest durchgesetzt hatten, war Linksaußen Jakobsen mit sieben Treffern. Zudem bot Torhüter Kevin Möller eine starke Vorstellung. Für die Füchse, die sich durch ein 33:24 gegen die Rhein-Neckar Löwen für das Endspiel qualifiziert hatten, erzielte Jerry Tollbring ebenfalls sieben Tore.
Berlins Abwehrchef Mijajlo Marsenic sah wegen groben Foulspiels ebenso die Rote Karte (32.) wie fünf Minuten später Flensburgs Spielmacher Jim Gottfridsson. Beide Entscheidungen wurden nach Videobeweis gefällt. Den dritten Platz beim Final Four in der Hansestadt sicherten sich am Sonntag die Löwen durch ein 32:31 (18:15) gegen Bukarest.
Keeper Möller zeichnet sich aus
Hitzige Zweikämpfe, enormes Tempo, spektakuläre Tore: Flensburg und Berlin lieferten sich ein über 60 Minuten intensives Duell auf Augenhöhe. Während die Füchse vor allem von der individuellen Klasse des dänischen Welthandballers Mathias Gidsel ("der Tank war leer") profitierten, überzeugte die SG im Kollektiv - und ließ sich auch von einer schwachen Anfangsphase nicht entmutigen. Wie schon vor sechs Wochen beim Final Four des DHB-Pokals (31:28), als sie sich nach schwachem Start noch Platz drei sicherten, blieben Nationalmannschaftskapitän Golla und Co. cool.
Zunächst war es nämlich Berlin, das mit seiner beweglichen Abwehr Akzente setzte. 6:3 führten die Berliner nach 13 Minuten, ehe Flensburg - angetrieben von seinem lautstarken Anhang - allmählich ins Rollen kam.
Im Tor lief Keeper Möller von Minute zu Minute heißer, und vorne machte sich die breitere Bank mit zunehmender Spieldauer immer stärker bemerkbar. Als Golla per Doppelpack auf 17:14 (34.) stellte, war Flensburg erstmals mit drei Toren vorn - und ließ sich die Führung nicht mehr nehmen. Spätestens beim 31:26 (52.) war die Partie entschieden.
Den dritten Platz beim Final Four in der Hansestadt sicherten sich am Sonntag die Löwen durch ein 32:31 (18:15) gegen Bukarest.







































