Formel-1-Reservefahrer Mick Schumacher sammelt weiter Erfahrungen in der Langstreckenweltmeisterschaft. Bald schon steht für den ehemaligen Haas-Piloten das große Saison-Highlight in WEC bevor. Sein ehemaliger Chef zweifelt unterdessen daran, dass der 25-Jährige alsbald erneut in der Formel 1 aufschlagen wird.
Der ehemalige Teamchef und heutige RTL-Experte Günther Steiner glaubt eher nicht an eine Zukunft von Mick Schumacher in der Königsklasse des Motorsports. "Schwierig" sei die Situation, wie er im Interview mit "Welt" einschätzte: "Viele Optionen wird er nicht haben, weil er dann bereits zwei Jahre ohne Cockpit in der Formel 1 ist."
Ausschließen wolle der Südtiroler eine Mick-Rückkehr allerdings nicht. Denn: "Wer hätte gedacht, dass Nico Hülkenberg nach drei Jahren Pause wieder Stammfahrer und jetzt Werksfahrer bei Audi wird? Wer hätte gedacht, dass Fernando Alonso noch mal so überzeugt nach seiner Pause? Wer hätte gedacht, dass Lewis Hamilton jemals Mercedes verlässt? In der Formel 1 ist alles möglich."
Mick Schumacher freut sich auf Le Mans
Mick Schumacher konzentriert sich unterdessen derzeit einzig und allein auf seine Teilnahme an den 24 Stunden von Le Mans (12. bis 16. Juni), dem prestigeträchtigsten Rennen der World Endurance Championship (WEC).
"Ich will der Schnellste sein, das ist mein Ziel", sagte er zuletzt am Rande des WEC-Rennens in Spa am vergangenen Wochenende im Gespräch mit "motorsport-magazin.com": "Ich freue mich auch auf Le Mans, weil das die einzige Strecke ist, die ich noch nicht kenne."
Schumacher will dann auch den direkten Vergleich anstellen: "Da kann ich sehen, wie schnell meine Teamkollegen auf einer ihnen bekannten Strecke sind, und wie schnell ich mich an diese neue Situation gewöhnen kann."
Den LMDh-Prototypen von Alpine steuert Mick Schumacher in dieser Saison im Team mit den Franzosen Matthieu Vaxiviere und Nicolas Lapierre.
Mick Schumacher will mit Sebastian Vettel sprechen
Bislang sind in der Langstreckenweltmeisterschaft drei Rennen absolviert. Beim Auftakt in Katar wurde das Trio um Schumacher Elfter, in Imola musste man sich mit dem 16. Platz begnügen. Und in Spa belegte er mit Alpine den zwölften Rang.
Mehr dazu:
Ziel des 25-Jährigen ist es in dieser Saison, "weiterhin einfach meine beste Leistung" zu bringen: "Das würde ich am Ende der Saison als einen persönlichen Erfolg ansehen. Das ist meine erste Saison in der Hypercar-Klasse und auch unsere erste als Team. Da wäre es nicht fair, zu sagen, dass Platz fünf in der Meisterschaft unser Ziel ist. Wir schauen lieber, dass wir alle unsere beste Leistung zeigen und am Ende sehen, was dabei herauskommt."
Klar ist seit Längerem unterdessen, dass Mick Schumachers Kumpel Sebastian Vettel in Le Mans nicht an den Start gehen wird. Porsche hatte sich mit einem Einsatz des vierfachen Formel-1-Weltmeisters beschäftigt, sich am Ende aber dagegen entschieden. So kommt es auch nicht zu einem baldigen Wiedersehen.
"Ich sehe Sebastian immer gerne, egal, wo! Ich habe die 24 Stunden von Le Mans selbst ja noch nie erlebt", so Mick Schumacher: "Nach dem Rennen werde ich ihm vermutlich sagen, ob es sich lohnt, oder nicht."



