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Trainer-Zoff und leere Kassen

Norwegens Skisprung-Krise spitzt sich zu

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17. April 2024, 13:00
sport.de
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Auf dem Papier ist Alexander Stöckl noch Trainer von Norwegens Skisprung-Teams. Aber eben auch nur dort. Beide Seiten streben nach dem großen Knall im Frühjahr 2024 die Trennung an. Das gestaltet sich deutlich komplizierter als gedacht. 

Das Tuch zwischen den norwegischen Skispringern, dem nationalen Verband und Trainer Alexander Stöckl ist längst zerschnitten. Anfang 2024 hatten die Athleten schriftlich beim Verband den Rauswurf des Trainers gefordert. Der wiederum wies sämtliche erhobene Vorwürfe von sich. Beide Seiten warfen sich gegenseitig Lügen und Halbwahrheiten vor. 

Gelöst ist das Dilemma bis heute nicht. Stöckls Vertrag ist nach wie vor wirksam. Bis zum Ende der Olympischen Spiele 2026 läuft der Kontrakt. Dass der 50-Jährige bis dahin im Amt bleibt, gilt längst als ausgeschlossen. Schon bei den letzten Wettkämpfen der Saison 2023/24 war er nicht mehr an den Schanzen vor Ort. Und doch wurde die Trennung immer noch nicht offiziell vollzogen. Was ist das Problem?

Skispringen: Bleibt Stöckl Norwegen-Coach? "Es ist unklar"

"Es ist eine ungeklärte Situation und ein Prozess, der intern abläuft", hüllte sich der neue Teamanager Ståle Villumstad auf "Dagbladet"-Nachfrage ins Schweigen. Villumstad hatte den Posten vor wenigen Wochen von Clas Brede Bråthen übernommen. Dessen Rücktritt hatte den Verband zuvor ebenfalls in eine kleine Krise gestürzt. 

Villumstad erklärte, dass der norwegische Verband die verzwickte Situation derzeit intern aufarbeitet. Stöckl selbst ist nicht Teil des Prozesses. Auf die Frage, ob der Österreicher in der kommenden Saison noch Trainer der Mannschaft sein wird, meinte der neue Manager vielsagend: "Daran arbeiten wir gerade, wir wissen es noch nicht. Es ist unklar." Ein Treuebekenntnis liest sich anders. 

Norwegens Skisprungverband in finanziellen Problemen

Was die Lage für den norwegischen Verband zusätzlich erschwert, ist die verzweifelte Suche nach neuen Geldgebern. Ohne diese müsste das Budget massiv eingestampft werden. So kurz vor den Olympischen Spielen wäre es ein Einschnitt zur Unzeit. 

Villumstad wollte auch hierzu nicht viel sagen, meinte aber, es sei "angemessen", für die ökonomische Situation das Wort "fordernd" zu nutzen. Das Budget werde gerade intern "überarbeitet", sagte der Manager, der auch hier zugeben musste: "Es ist unklar und auch ein laufender Prozess."

Die Suche nach neuen Sponsoren laufe derzeit. "Das gilt aber nicht nur für einen neuen Hauptsponsor, sondern für alle Sponsoren", deutete der neue Manager an, wie groß die Geld-Probleme bei einem der größten Skisprungverbände der Welt gerade sind. 

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