Die NFL Free Agency 2024 beginnt mit einem großen Knall. Nur wenige Stunden, nachdem das Verhandlungsfenster geöffnet war, wurde bekannt, dass Kirk Cousins Minnesota tatsächlich verlässt und der neue Quarterback bei den Atlanta Falcons wird. Ganz unerwartet kam das Ganze allerdings nicht.
Doch was bedeutet dieser Wechsel eigentlich? sport.de blickt auf den Splash-Move aus den drei verschiedenen Perspektiven.
Umbruch bei den Minnesota Vikings?
Dem Vernehmen nach kämpften die Minnesota Vikings bis zum Ende darum, Kirk Cousins in der Stadt zu halten. Schon früh hatten die Vikings angekündigt, liebend gerne mit Cousins weitermachen zu wollen. Am Ende konnte man Cousins allerdings nicht halten, ob aus finanziellen und/oder sportlichen Gründen ist vorerst nicht überliefert.
Doch was heißt das Ganze nun für die Vikings? Gibt es ohne Elite-Quarterback einen großen Umbruch? Und wem vertraut man die Rolle als Quarterback an?
Letzteres klärten die Vikings mit einer Verpflichtung am späten Abend bereits auf. Wie mehrere NFL-Insider berichteten, haben die Vikings sich die Dienste von Sam Darnold gesichert. Der frühere First-Round-Pick war zuletzt Backup in San Francisco und soll einen Einjahresvertrag über 10 Mio. Dollar bekommen.
Es ist unwahrscheinlich, dass Darnold die Lösung der Quarterback-Lücke sein wird, doch vorerst soll er diese ganz offenbar füllen. Das Geld wird derweil auf anderen Positionen ausgegeben.
So investierten die Vikings vor allem auf der anderen Seite des Balles. Dort sicherte man sich beispielsweise Edge Rusher Jonathan Greenard, dem man für die nächsten vier Jahre bis zu 76 Mio. Dollar zahlen wird. Er kommt ebenso aus Houston, wie Linebacker Blake Cashman. Zudem kommt in Andrew Van Ginkel (20 Mio./2 Jahre) ein weiterer Edge Rusher.
Und dann ist da ja auch noch Justin Jefferson. Der Wide Receiver braucht früher oder später ein neues Arbeitspapier, das die Vikings eine Stange Geld kosten wird. Geld, dass man wohl nur übrig hat, weil Kirk Cousins nicht mehr auf der Payroll ist.
NFL: Hochtalentierte Falcons-Offense bekommt Elite-Passer
Apropos Payroll: Diese ist bei den Atlanta Falcons mit der Verpflichtung von Kirk Cousins deutlich angestiegen. Cousins wird in den kommenden vier Jahren in Atlanta 45 Mio. Dollar pro Jahr verdienen, die ersten beiden Jahre sowie weitere zehn Mio. Dollar 2026 sind dabei garantiert.
Einem 35-jährigen Quarterback, der sich zudem vor fünf Monaten die Achillessehne gerissen hat, soviel Geld zu bezahlen und vor allem zu garantieren, ist sicherlich kein Move ohne Risiko.
Doch die Falcons waren ganz offenbar dazu bereit ins Risiko zu gehen, weil sie nun endlich wieder einen Elite-Passer in ihren Reihen haben. Seit dem Abgang von Matt Ryan 2022 war das nicht mehr der Fall.
Als Ersatz holten die Falcons damals Marcus Mariota und drafteten zudem Desmond Ridder. Beide waren schlussendlich nicht die Lösung, weil als Passer schlicht nicht konstant genug.
Nun scheint Atlanta nicht noch weitere Zeit und vor allem Talent verschwenden zu wollen, denn das ist unbestritten vorhanden. Wide Receiver Drake London, Tight End Kyle Pitts und auch Running Back Bijan Robinson sind allesamt Ausnahme-Spieler in der Offense und zudem alle noch auf günstigen Verträgen.
Es ist vielleicht die letzte Chance, diesem offensiven Waffen-Arsenal einen Top-Quarterback an die Seite zu stellen und das ist den Falcons mit Kirk Cousins gelungen. Dass die Falcons eine solide Offensive Line besitzen dürfte ebenfalls helfen. Diese Offense kann in der kommenden Saison ganz viel Spaß machen und die Falcons nach Jahren des Frusts wieder in die Postseason führen.
Endlich ein Playoff-Run für Kirk Cousins?
Und genau das dürfte einer der Gründe sein, wieso sich Cousins zu dem Wechsel nach Atlanta entschieden hat. Der Quarterback ist seit nun mehr zwölf Jahren in der NFL. Er wurde vier Mal in den Pro Bowl gewählt und stand ebenso oft in den Playoffs.
Das Problem: Er gewann erst ein einziges Spiel in der Postseason. Eine Statistik, die Cousins ganz gewiss aufbessern möchte und, da sind sich die NFL-Experten einig, mit den Atlanta Falcons auch kann.
Schließlich waren die Falcons schon in der Vorsaison ein Playoff-Team oder zumindest nur einen guten Quarterback davon entfernt - naja und vielleicht auch ein vernünftiges Playcalling in der Offense.
Mit neuem Coaching Staff und Cousins als Quarterback soll es für die Falcons in der schwachen NFC South nun natürlich in die Playoffs gehen. Dort ist dem Team, sollte Cousins nach seiner Verletzung zu alter Stärke zurückfinden, einiges zuzutrauen.
Sportlich also ist der Wechsel eine logische Entscheidung für Cousins gewesen, der aber natürlich auch dementsprechend entlohnt werden wollte und das auch schaffte.
Die Aussicht auf 180 Mio. Dollar in den nächsten vier Jahren und vor allem die garantierten 100 Mio. Dollar dürften ihm den Wechsel noch leichter gemacht haben. Denn solch hohe Garantien in dem Alter und aus einer schweren Verletzung kommend, sind alles andere als selbstverständlich.
Nun ist es an Kirk Cousins zu zeigen, dass er dieses Geld wert ist.
Marcel Schmidt








