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"Es war so verrückt, wie im Film"

Deutscher Biathlon-Staffel gelingt Podest-Coup

Podest-Coup für Deutschlands Biathlon-Staffel um Julia Kink
Podest-Coup für Deutschlands Biathlon-Staffel um Julia Kink
Foto: © IMAGO/Harald Deubert
09. März 2024, 21:39

Die deutschen Biathletinnen haben in der letzten Staffel des Winters die Materialprobleme überwunden und nur ganz knapp den ersten Weltcupsieg seit über drei Jahren verpasst.

Julia Kink ballte bei ihrer Zieleinfahrt jubelnd die Hand zur Faust, dann fiel sie ihren freudig wartenden Teamkolleginnen in die Arme.

Auch dank der 20 Jahre alten Debütantin haben die deutschen Frauen in Soldier Hollow Wiedergutmachung betrieben und in der letzten Staffel des Winters das Podest erreicht.

Janina Hettich-Walz, Selina Grotian, Vanessa Voigt und Doppel-Juniorenweltmeisterin Kink belegten mit nur 17 Sekunden Rückstand auf Norwegen den zweiten Platz.

"Es war irgendwie so verrückt, wie im Film", sagte Kink, die sich auf der letzten Runde mit der Gesamtweltcupführenden Ingrid Landmark Tandrevold um den Sieg duellierte, am "ARD"-Mikrofon: "Das war so krass."

Start-"Schock" für Julia Kink

Für Kink war es der emotionale Höhepunkt in Utah. Nur wenige Stunden vor der Staffel hatte sie erfahren, dass sie für die angeschlagene Sophia Schneider einspringen muss - und dann noch ausgerechnet als Schlussläuferin. "Ich habe mich einerseits sehr gefreut, andererseits war es auch ein Schock", sagte Kink nach ihrem zweiten Weltcuprennen überhaupt: "Da war ich schon extrem nervös, kurz vor dem Start war mir so schlecht."

Doch nicht nur Kink zeigte eine bravouröse Leistung, schließlich hatten Hettich-Walz, Grotian und Voigt sie in optimaler Ausgangslage ins Rennen geschickt. Auch, weil das Material und die Laufleistung endlich stimmte. "Das ist einfach Biathlon, was die Staffel ausmacht", jubelte Voigt, es habe "viel mehr Spaß gemacht". Es war das vierte deutsche Staffel-Podest des Winters, zuletzt hatte man bei der WM in Nove Mesto Bronze gewonnen.

Am Freitag hatte die Stimmung nach dem schwachen Sprint noch ganz anders ausgesehen. "Wir müssen weiterarbeiten. In der Staffel versuchen wir, es wieder besser zu machen und die anderen zu ärgern", hatte Bundestrainer Kristian Mehringer vor dem Rennen betont.

Biathlon: Hettich-Walz trotzt Rückschlag

Einzel-Silbermedaillengewinnerin Hettich-Walz eröffnete das Rennen für Deutschland. Nach einem fehlerfreien Liegendschießen benötigte sie stehend alle drei Nachlader. Den kleinen Rückschlag machte sie aber mit einer starken Laufleistung wett. "Ich habe mich auf der Strecke sehr gut gefühlt", sagte Hettich-Walz.

Grotian, im Sprint als 13. beste Deutsche, ging auf Platz drei ins Rennen. Auch sie bestätigte das Bild des verbesserten Materials, zeigte sich immer wieder an der Spitze. Nach drei Nachladern übergab sie mit wenigen Sekunden Rückstand auf Norwegen an Voigt.

Die Thüringerin hielt Deutschland nach tadelloser Leistung am Schießstand im Zweikampf mit den Skandinavierinnen. Kink zog dann gegen Tandrevold zwar den Kürzeren, sicherte Platz zwei aber souverän ab.

Am Abend (23.05 Uhr) bestreiten die Biathleten in Soldier Hollow ihren Sprint über zehn Kilometer. Dabei will Benedikt Doll bei seiner Abschiedstournee erneut auf das Podest. Am Sonntag endet der Weltcup mit den Verfolgungen der Frauen (17 Uhr) und der Männer (18.50 Uhr/alles ARD und Eurosport). Vom 14. bis zum 17. März findet dann das Saisonfinale im kanadischen Canmore statt.

Soldier Hollow 2023/2024

1NorwegenNorwegen1:04:15.50h
2DeutschlandDeutschland+17.20s
3SchwedenSchweden+42.00s
4ÖsterreichÖsterreich+1:36.00m
5TschechienTschechien+1:40.50m

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