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Solide, aber langweilig

Der BVB und die Rückkehr des "Rasenschachs"

Edin Terzic hat beim BVB ein schweres Erbe angetreten
Edin Terzic hat beim BVB ein schweres Erbe angetreten
Foto: © IMAGO/Christian Schroedter
20. Februar 2024, 18:18
sport.de
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Seit nunmehr neun Pflichtspielen hat Borussia Dortmund nicht mehr verloren, wirkliche Begeisterung ruft diese mehr als respektable Serie unter Coach Edin Terzic allerdings nicht hervor. Ein Umstand, der vor allem einem seiner Vorgänger geschuldet ist.

Er werde "den Fußball spielen lassen, den die Zuschauer sehen wollen", "modernen Fußball mit Wiedererkennungswert", "Vollgasveranstaltungen" statt "Rasenschach" und fordere "blitzschnelles Umschalten von Defensive auf Offensive", kündigte ein gewisser Jürgen Klopp Borussia Dortmund bei seiner Vorstellung 2008 vollmundig an und riss den BVB euphorischer aus seinen Dornröschenschlaf, als es der stürmischste Märchenprinz vermocht hätte. 

Dass Klopp und Co. den Worten letztlich heroische Taten folgen ließen und "BVB-Fußball" zum Pseudonym für allerbeste Unterhaltung wurde, ist längst ein Teil deutscher Fußballgeschichte. 

Beinahe 16 Jahre nach Klopps Amtsantritt und achteinhalb nach seinem Abschied aus dem Ruhrgebiet gehört der BVB nach wie vor zur erweiterten europäischen Spitze, der kloppsche Vollgasfußball blitzt allerdings nur noch selten auf - im Gegenteil.

Flammt dieser Tage Tempo im Dortmunder Spiel auf, erstickt nicht selten eine wahre Rückpassorgie jäh die auf den Rängen aufflammenden Erinnerungen an vergangene Zeiten.

Klar, die Borussia zeigt sich dieser Tage vor allem in der Champions League teils klinisch effektiv und eine richtig krachende Niederlage kassierte man 2023/24 lediglich gegen den FC Bayern (0:4), ebenso klar ist aber auch: BVB-Fußball gleicht zurzeit nicht selten dem "Rasenschach", den Klopp einst auf den Index setzte.

Ein ehemaliger BVB-Coach zeigt, wie es geht

Umso brisanter mutet das anstehende Achtelfinalhinspiel in der Champions League gegen die PSV Eindhoven am Dienstagabend (21 Uhr) an. Denn bei den Niederländern steht mit Peter Bosz der Mann an der Seitenlinie, der den Dortmundern 2017/18 letztmals so etwas wie bedingungslosen Powerfußball einhauchte, ehe ihm eine Reihe äußerst unterhaltsamer, aber erfolgloser Partien zum Verhängnis wurde.

In Eindhoven hat Bosz nun allerdings ein Team zusammengestellt, das längst über die Grenzen der Niederlande hinaus Aufmerksamkeit weckt: In 22 Ligaspielen hat die PSV noch keine Niederlage kassiert und 70 (!) Tore geschossen. 

Natürlich kommen Eindhovens Gegner in der heimischen Liga nicht alle allesamt aus dem obersten Regal, sollte der BVB allerdings darauf hoffen, mit Schlafwagenfußball zum Erfolg zu kommen, könnte es eine bittere Lehrstunde von Bosz und Co. geben.

Marc Affeldt

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