In Melbourne endet die Reise für Laura Siegemund und Tamara Korpatsch, Novak Djokovic müht sich erneut - und eine 16-Jährige begeistert.
Laura Siegemund stapfte völlig frustriert aus der John Cain Arena von Melbourne, Tamara Korpatsch schimpfte enttäuscht auf ihren maladen Rücken: Das Feld der deutschen Profis lichtete sich am vierten Tag der Australian Open weiter. Im Mittelpunkt standen aber der erneut wenig überzeugende Titelverteidiger Novak Djokovic und das russische Wunderkind Mirra Andrejewa.
Siegemund haderte am Mittwoch mit "zu vielen einfachen Fehlern" und einer alten Handgelenksverletzung, vom "besten Tennis ihres Lebens", von dem sie nach ihrem Auftaktsieg noch gesprochen hatte, war die ambitionierte 35-Jährige weit entfernt. Gegen die lautstark angefeuerte Lokalmatadorin Storm Hunter unterlag sie mit 4:6, 6:3, 3:6, nun liegt der Fokus ganz auf dem Doppel.
Siegemund zeigt sich enttäuscht
"Ich habe sehr viele gute Matches gespielt, hatte von 0 auf 100 ein super Niveau. Dass dann mal so eine Schwankung drin ist wie heute, ist ein Stück weit normal - trotzdem ist das natürlich bitter", sagte Siegemund, die im Vorjahr am Yarra River noch die dritte Runde erreicht hatte.
Korpatsch würde gerne überhaupt mal die dritte Runde eines Grand Slams erreichen, das klappte in Melbourne wieder nicht - auch, weil der Rücken streikte. "Ich habe fast geweint auf dem Platz, so etwas bei den Australian Open. So viel Pech kann man nicht haben", sagte die 28-Jährige nach dem klaren 2:6, 2:6 gegen die tschechische Weltranglistenelfte Barbora Krejcikova.
Eine "Blockade aus dem Nichts" hatte die Hamburgerin stark beeinträchtigt, die Schmerztabletten wirkten nicht rechtzeitig: "Ich bin ein bisschen verzweifelt, weil ich so fit war."
Richtig fit wirkt Djokovic (noch) nicht. Der Grand-Slam-Rekordchampion ist in Melbourne auf der Suche nach altbekannter Souveränität. Der Serbe löste seine Zweitrundenaufgabe gegen den australischen Lokalmatadoren Alexei Popyrin erneut mit großer Mühe mit 6:3, 4:6, 7:6 (7:4) - schon in der ersten Runde hatte der zehnmalige Turnierchampion Probleme mit dem 18 Jahre alten Kroaten Dino Prizmic offenbart.
Djokovic mit eigener Leistung nicht zufrieden
"Ich habe nicht mein bestes Tennis gespielt und bin noch auf der Suche nach meiner Form", sagte Djokovic, der gesundheitlich ein wenig angeschlagen wirkte und nun auf den Argentinier Tomas Martin Etcheverry trifft: "Trotzdem habe ich einen Weg gefunden, in vier Sätzen zu gewinnen. Das zählt am Ende."
In absoluter Topform ist dafür Andrejewa. In nur 54 Minuten fegte die 16-Jährige die Weltranglistensechste Ons Jabeur (Tunesien) mit 6:0, 6:2 vom Feld, gegen die dreimalige Grand-Slam-Finalistin zeigte sich die Russin in bestechender Verfassung.
"Im ersten Satz habe ich unglaubliches Tennis gespielt, das habe ich nicht von mir erwartet. Ich wollte es genießen, und das habe ich gemacht", sagte Andrejewa, die in der Weltrangliste bereits auf 47 steht und erstmals eine Spielerin aus den Top-Ten besiegte.
Ansonsten blieben Favoritenstürze aus. Titelverteidigerin Aryna Sabalenka und US-Open-Champion Coco Gauff zogen ohne große Probleme in die dritte Runde ein, auch der italienische Davis-Cup-Champion Jannik Sinner ist beim ersten Major-Turnier des Jahres weiter dabei.





