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"Angriffsmodus" gefordert

Ex-Trainer erwartet "Drama" um Wellinger

Werner Schuster traut Andreas Wellinger den Sieg bei der Vierschanzentournee zu
Werner Schuster traut Andreas Wellinger den Sieg bei der Vierschanzentournee zu
Foto: © FrankHoermann/SVEN SIMON
05. Januar 2024, 07:32
sport.de
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Der frühere Skisprung-Bundestrainer Werner Schuster erwartet beim Finale der Vierschanzentournee in Bischofshofen Hochspannung - dennoch traut er Andreas Wellinger den großen Coup zu.

"Ich hatte schon vorhergesagt, dass Kobayashi ihm in Innsbruck die Führung abjagen wird. In Bischofshofen wird er auch noch nach dem ersten Sprung vorne sein", legte sich Schuster in einem Interview mit "Eurosport" fest.

Aber: "Im letzten Sprung wird Andi an Kobayashi vorbeiziehen und die Vierschanzentournee gewinnen. Wir brauchen ein bisschen Drama."

Die fünf Zähler Rückstand auf den Japaner seien schließlich aufholbar. "Andi muss zwei Topsprünge machen und ihm irgendwie zweieinhalb Meter abknöpfen. Es wird wahrscheinlich sogar notwendig sein, das Springen zu gewinnen", betonte Schuster.

Mit Kobayashi habe Wellinger allerdings "den härtesten Gegner, den man sich im Moment im Skisprungzirkus" vorstellen kann. Der derzeitige Zweitplatzierte wisse aber ganz genau, dass er "von Sprung zu Sprung" denken muss.

"Es ist wichtig, dass man auf die eigenen Instinkte vertraut. Er ist gut beraten, auf Bewährtes zu vertrauen und nichts neu zu erfinden", riet Schuster seinem ehemaligen Schützling und ergänzte: "Wellinger muss seine besten Sprünge machen und darf sich nicht ablenken lassen. Dann kann es funktionieren."

Wellinger im "Angriffsmodus"

Der 28-Jährige müsse allerdings nicht nur "solide" springen, sondern in den "Angriffsmodus" gehen.

Vor dem vierten und letzten Springen in Bischofshofen am Samstag (16:30 Uhr/ARD und Eurosport) führt der Japaner Ryoyu Kobayashi, zweimaliger Tourneesieger, mit 4,8 Punkten Vorsprung in der Gesamtwertung vor Wellinger. Der Deutsche gewann zwar das Auftaktspringen in Oberstdorf, zeigte jedoch zuletzt bei der dritten Station in Innsbruck als Tagesfünfter Schwächen. Kobayashi bewies als dreimaliger Zweiter mehr Konstanz.

Das Abschneiden der anderen deutschen Springer schätzte Schuster als solide ein. "Ich glaube, bei diesem Thema geht man etwas zu hart ins Gericht", nahm er die DSV-Adler in Schutz: "Es ist kein Wunschkonzert, es ist Spitzensport. Es sind vier Deutsche unter den besten 16 der Gesamtwertung."

Philipp Raimund liegt vor dem letzten Springen auf Rang elf, Karl Geiger auf 14, Stephan Leyhe belegt den 16. Platz.

"Letztes Jahr war man froh, wenn einer unter die ersten Zehn kam. In diesem Jahr springt die deutsche Mannschaft sehr gut", hob Schuster hervor und verteidigte vor allem Geiger, der als Mitfavorit in die Tournee gestartet war: "Karl Geiger hat die Form verloren, darunter leidet er am meisten."

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