Besser zwei Schanzen als gar keine: Weltmeisterin Katharina Schmid startet am Samstag erstmals in Garmisch-Partenkirchen, hadert aber mit ihrer Form.
Unten 25.000 Fans mit Deutschland-Fahnen, oben Katharina Schmid: Das Video, das die Rekordweltmeisterin kurz vor der Premiere der "Zwei-Schanzen-Tournee" in Garmisch-Partenkirchen auf ihrer Instagram-Seite teilte, bleibt vorerst ein Traum - in diesem Fall ein geschickter Zusammenschnitt.
Und doch ist der Auftakt der Two-Nights-Tour der Skispringerinnen am Samstag (19:30 Uhr) ein weiterer kleiner Schritt auf einem langen Weg, den Schmid seit vielen Jahren geht.
"Ich freue mich richtig auf die Tour, auch wenn es noch keine Vierschanzentournee für uns ist. Es werden hoffentlich trotzdem zwei klasse Wettkämpfe", sagt Schmid, die seit Jahren für ihre Sportart kämpft. Die Erfolge kommen immerhin tröpfelnd: Erstmals findet ein Frauen-Springen auf der großen Olympiaschanze in Partenkirchen statt.
Erwartet werden etwa 6000 Fans - wahrscheinlich weniger als einen Tag vorher bei der Qualifikation der Männer. Als "Vorprogramm" sehen sich Schmid und Co. deswegen aber nicht. "Ich hoffe, dass wir gutes Wetter haben und viele Zuschauer vor Ort dabei sind und uns die Daumen drücken. Und ich hoffe auf knisternde Stimmung in den Stadien", sagt die 27-Jährige.
Erster Skiflug-Weltcup in Vikersund geplant
In Garmisch und vor allem an Neujahr in ihrer Heimat Oberstdorf hofft Schmid aber auch auf eine aufsteigende Form, mehr als Rang acht sprang in diesem Winter noch nicht heraus. Die märchenhaften Tage der WM in Planica Anfang des Jahres sind plötzlich weit weg. Schmid hieß damals noch Althaus, ihre Hochzeit hatte sie auf die Zeit nach der Saison gelegt.
In Planica ging sie viermal an den Start. Ihre Bilanz: Gold von der Normalschanze, Gold mit dem Frauen-Quartett, Gold im Mixed und zum Abschluss Bronze von der großen Schanze. Vor allem das erste Einzel-Gold ihrer Karriere war eine Erlösung, zuvor hatte Schmid ein regelrechtes Silber-Abo.
Bei der Wahl zur Sportlerin des Jahres landete Schmid, die auch als Botschafterin des Kinderhilfswerks Plan International für bessere Chancen von Mädchen in Afrika, Asien und Lateinamerika kämpft, auf Rang drei. Zudem nutzt sie ihre Bekanntheit, um immer wieder auf die fehlende "Schanzengleichheit" in ihrer Sportart hinzuweisen.
Und, immerhin: Ein erster Skiflug-Weltcup ist für das Frühjahr in Vikersund geplant. "Da will ich die 200 Meter schaffen", sagt Schmid. Beim Testlauf im vergangenen Winter war sie "nur" auf 198,5 m gekommen.
Nur mit der Tournee will es noch nicht klappen. Schmid hat immer mal wieder mit einem Rücktritt kokettiert, aber die Premiere würde sie dann doch gerne noch erleben. Ob sie bis dahin durchhält? "Schaun mer mal", sagt Schmid und legt den Finger in die Wunde: "Wer weiß schon, wie lange das noch dauert."
