Nach Jahren des Wartens bekommt der deutsche Boxprofi Jack Culcay eine weitere WM-Chance im Superweltergewicht. Der Grund: Jermell Charlo, bisher IBF-Weltmeister im Limit bis 69,85 Kilogramm, hat seinen Gürtel niedergelegt.
Die IBF ordnete daraufhin einen Kampf der bestplatzierten Boxer ihrer Rangliste um den Titel an. Das sind Bakhram Murtazaliev aus Russland und Culcay, der für den Berliner Boxstall Agon Sports in den Ring steigt.
Wie Agon mitteilte, habe die IBF die Clucay-Seite aufgefordert, sich bis zum 29. Dezember mit Murtazalievs Promoter "Main Event" auf die Details des Kampfes zu einigen. Andernfalls würden die Austragungsrechte in einem Bieterverfahren ("Purse Bid") versteigert. "Natürlich sind wir bemüht, den Kampf nach Deutschland zu holen und werden alles versuchen", sagte Agon-Boss Ingo Volckmann der "Bild".
Culcay stand zuletzt Anfang Juli im Rahmenprogramm des WM-Fights von Vincenzo Gualtieri in Wuppertal im Ring. Den Aufbaugegner Juan Adrian Monzon schlug "Golden Jack" - Amateur-Weltmeister von 2009 - in der zweiten Runde k.o.
Der 38-Jährige hat Platz zwei bei der IBF schon seit August 2020 inne. Damals bezwang Culcay in einem tollen Kampf seinen Landsmann Abass Baraou in Charlottenburg knapp mit 2:1-Richterstimmen nach Punkten. Die von vielen Fans erhoffte Revanche kam danach nie zustande.
Boxen: Charlo noch immer Champion bei zwei Verbänden
Seinen letzten WM-Kampf bestritt Culcay im März 2017: In Ludwigshafen unterlag er dem hochgehandelten Amerikaner Demetrius Andrade knapp nach Punkten.
Im Supermittelgewicht hielt Charlo bis zuletzt die vier Gürtel der großen Weltverbände. Die WBO knöpfte ihm den Titel ab, weil Charlo Ende September gegen Supermittelgewichts-König Canelo Alvarez antrat, gegen den er deutlich verlor. Nach dem Entschluss, den IBF-Titel freiwillig abzugeben, hält Charlo noch die Gürtel von WBA und WBC.
