Der Wintersport muss sich infolge des Klimawandels auf Veränderungen einstellen. Biathlon-Legende Kati Wilhelm betont, dass es mehr Flexibilität benötigt.
Auf die Frage, ob sie Sorgen habe, dass es künftig immer weniger mögliche Austragungsorte im Wintersport gibt, sagte Wilhelm im Rahmen ihrer Aufnahme in die Hall of Fame des deutschen Sports: "Mache ich mir eigentlich nicht, wenn man auch wieder sieht, was in Skandinavien schon für ein toller Winter ist."
Gleichwohl betonte die 47-Jährige: "Man muss da vielleicht etwas flexibler sein und den ein oder anderen Weltcup-Kalender überdenken."
Im Nachwuchsbereich sei es "sicherlich schwieriger, ordentliche Wettkämpfe auszutragen, damit sich die Kinder eben auch messen können", beschrieb Wilhelm eine wichtige Herausforderung. "Wenn sie das ganze Jahr trainieren, möchten sie auch Wettkämpfe machen", stellte die dreifache Biathlon-Olympiasiegerin heraus.
Kunstschnee als Lösung?
Doch was kann getan werden? Kunstschnee kommt zukünftig wohl eine noch größere Bedeutung zu. "Da muss man einfach dranbleiben und Möglichkeiten finden, möglichst kosten- und energiegünstig Kunstschnee zu produzieren oder eben auch zu lagern. Und dass man den Kunstschnee, den man dann für den Weltcup produziert und benutzt, dem Nachwuchs dann noch möglichst viele Wochen zur Verfügung stellt", meinte Wilhelm.
Deswegen sei es wichtig, "dass an diesen Zentren, wo eben auch Weltcups in Deutschland stattfinden, auch gut funktionierende Nachwuchsarbeit geleistet wird", hob die ehemalige Athletin hervor.
Wilhelm hatte während ihrer Biathlon-Karriere unter anderem drei Goldmedaillen bei Olympischen Winterspielen sowie fünf Weltmeisterschafts-Titel gewonnen. Zudem holte sich die Thüringerin den Gesamtweltcup in der Saison 2005/06. Zuletzt wurde Wilhelm in die Hall of Fame des deutschen Sports aufgenommen.
