Die zweimalige Biathlon-Olympiasiegerin Anfisa Reztsova ist tot. Wie der russische Verband am Freitag mitteilte, verstarb die von 1985 bis 2000 sowohl im Langlauf als auch im Biathlon außerordentlich erfolgreiche Ex-Athletin im Alter von 58 Jahren.
Die Wintersport-Szene trauert um Anfisa Reztsova. Die Russin verstarb am Donnerstag im Alter von 58 Jahren aus noch unbekannten Gründen. Ihr Ex-Ehemann Leonid erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur "TASS", dass sich die ehemalige Profi-Sportlerin seit dem 15. Oktober im Krankenhaus in Behandlung befand und zuletzt auf der Intensivstation gelegen habe. Über die genau Todesursache könne aber auch er keine Auskunft geben.
Bereits im März erlitt die frühere Langläuferin und Biathletin einen Herzinfarkt und musste im Krankenhaus behandelt werden.
Reztsova ist bis heute eine der erfolgreichsten Athletinnen in der russischen Wintersport-Geschichte. Bei Langlauf-Weltmeisterschaften gewann sie im Laufe ihrer Karriere insgesamt fünf Medaillen, darunter drei Goldene. Zudem kürte sie sich gemeinsam mit der Staffel zwei Mal zur Langlauf-Olympiasiegerin.
Wechsel vom Langlauf zum Biathlon
Zur Saison 1990/91 wechselte Reztsova vom Langlauf- in den Biathlon-Zirkus. Und auch hier feierte sie einige herausragende Erfolge.
Je zwei Mal gewann sie den Gesamt-, Einzel- und Sprintweltcup. Bei den Olympischen Spielen in Albertville 1992 gewann sie im Sprint die Gold-, in der Staffel die Bronzemedaille. Zwei Jahre später kürte sich Reztsova in Lillehammer erneut zur Staffel-Olympiasiegerin. Im Biathlon-Weltcup feierte sie zudem insgesamt zehn Einzel-Siege.
In den letzten Monaten hatte es Reztsova aufgrund ihrer Haltung zum Ausschluss der russischen Athletinnen und Athleten vermehrt in die Schlagzeilen geschafft. Dabei sparte sie nicht mit deutlicher Kritik an den internationalen Verbänden, die sie unter anderem als "Bastarde" bezeichnete. Ihrer Meinung nach wurden die russischen Sportlerinnen und Sportler nur deshalb ausgeschlossen, weil der Weltverband IBU "Angst vor unseren Athleten hat", sagte Reztsova im September 2022 gegenüber russischen Medien.

