Der Schach-Skandal rund um Hans Niemann, Magnus Carlsen, "chess.com" und weitere Parteien schlug in den letzten Monaten hohe Wellen. Vor einigen Tagen bezog der junge US-Amerikaner in einem Interview erstmals ausführlich Stellung. In diesem Zuge erhob er erneut Vorwürfe gegen Carlsen. Diese lässt der Norweger aber nicht auf sich sitzen.
Ihre juristische Auseinandersetzung haben Magnus Carlsen und Hans Niemann bereits vor einigen Wochen beigelegt. So ganz sind die Wogen nach den Vorkommnissen aber immer noch nicht geglättet. Das bestätigte Niemann nun in einem Interview, in dem er den Norweger als "Bully" (dt.: Tyrann) bezeichnete.
Das wiederum wollte Carlsen nicht auf sich sitzen lassen. Vom norwegischen Sender "TV2" auf die Aussagen des US-Amerikaners angesprochen, sagte der Superstar auf die Frage, ob er ein Bully sei: "Grundsätzlich kann ich sagen: Nein."
Genauer ausführen wollte Carlsen seinen Standpunkt nicht. Allerdings kündigte der 32-Jährige an: "Ich werde darüber früher oder später wahrscheinlich reden."
Schach-Betrug? Magnus Carlsen liefert keine Beweise
Was genau Carlsen damit meint, blieb im Verborgenen. Fakt ist, dass er seine schweren Betrugsvorwürfe gegen Niemann bis heute nicht mit konkreten Beweisen untermauert hat - zumindest nicht offiziell.
Dafür wird der Norweger in der Szene auch nach wie vor von einigen kritisiert.
Gleichzeitig stieß er mit seinen Vorwürfen eine generelle Diskussion über Betrügereien im Schach-Sport an. Das wiederum wurde in der Szene ausdrücklich begrüßt. Das Wie ist und bleibt aber nach wie vor diskutabel.
Auch Kramnik erhebt Vorwürfe gegen Niemann
Leidtragender der ganzen Geschichte war in den vergangenen Monaten vor allem Niemann, der vorübergehend von "chess.com" gesperrt und dessen Ruf womöglich irreparabel beschädigt wurde. Zweifel sitzen bei seinen Partien nun stets mit am Brett.
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Bestens dokumentiert wurde das vor einigen Tagen von Vladimir Kramnik, der sich über den Spielstil von Niemann wunderte und daraufhin in einem ausführlichen Video ebenfalls Betrug des US-Amerikaners suggerierte. Konkrete Beweise lieferte aber auch er nicht.

