Perfekter Freitag für Ferrari in Singapur: Nach der Doppelbestzeit im ersten Freien Training (noch bei Tageslicht) haben sich Carlos Sainz und Charles Leclerc auch im zweiten Freien Training (unter Flutlicht) die ersten beiden Plätze gesichert. Und das mit solidem Vorsprung: George Russell (Mercedes) auf P3 hatte bereits 0,235 Sekunden Rückstand.
Max Verstappen (Red Bull), der in Singapur noch nie gewonnen hat, wurde mit 0,732 Sekunden Rückstand Siebter. Er war mit dem Fahrverhalten seines RB19 überhaupt nicht zufrieden, insbesondere mit dem Runterschalten, und murrte einmal entnervt: "Zur Hölle nochmal, ich komme jetzt an die Box."
Dabei ging es zumindest hinter den beiden Ferraris eng zu. Zwischen Russell (Mercedes) auf P3 und Kevin Magnussen (Haas) auf P9 lagen weniger als 0,7 Sekunden. Auf den Plätzen 4 bis 7: Fernando Alonso (Aston Martin/+0,358), Lewis Hamilton (Mercedes/+0,465), Lando Norris (McLaren/+0,591) und Sergio Perez (Red Bull/+0,692).
Hülkenberg verpasst die Top 10
Nico Hülkenberg (Haas) sicherte sich in der Abendsession in Singapur den elften Platz, 1,019 Sekunden hinter der Tagesbestzeit und 0,122 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Magnussen. Rookie Liam Lawson, auch diesmal Ersatz für Daniel Ricciardo bei AlphaTauri (der aber als Zuschauer vor Ort ist), wurde weitere 0,146 Sekunden hinter Hülkenberg Zwölfter.
Lawson war damit schneller als sein Teamkollege Yuki Tsunoda (16.), und zwar um 0,192 Sekunden. Ganz hinten landeten indes die beiden Williams-Fahrer auf P19/20, mit 2,207 (Logan Sargeant) beziehungsweise 3,438 Sekunden Rückstand (Alexander Albon). Allerdings war die Session für Albon wegen eines Powerunit-Defekts bereits nach fünf Runden vorbei.
Wer überzeugte auf den Longruns?
Doch viel entscheidender als die absoluten Bestzeiten des zweiten Freien Trainings waren die Longruns, die gegen Ende der Session gefahren wurden. Bereits im ersten Training hatten die Teams Longruns getestet, und da hatte Ferrari die schnellsten Zeiten erzielt. Allerdings war da noch unklar, inwieweit das vielleicht durch unterschiedliche Benzinmengen verzerrt wurde.
Bei der Nightsession am Abend fuhren Ferrari und Red Bull dann mit dem Soft praktisch identische Longrun-Rundenzeiten, als das Training dem Ende zuging. Auch Mercedes konnte da mithalten, im tiefen 1:38er-Bereich. Die schnellsten Zeiten fuhr allerdings heimlich, still und leise Alonso mit dem Aston Martin - sogar einen Hauch schneller als Ferrari und Red Bull.

