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Dramatischer Finalkrimi gegen Serbien

WELTMEISTER! Deutschland macht Basketball-Wunder perfekt

Video: Highlights: Deutschland ist Basketball-Weltmeister!
10. September 2023, 16:40

Angeführt vom Turnier-MVP Dennis Schröder gewinnen die deutschen Basketballer in Manila WM-Gold und schreiben Geschichte. Es ist die Krönung eines Sommermärchens.

Um 23:04 Uhr reckte Kapitän Dennis Schröder mit breitem Grinsen die WM-Trophäe in die Höhe, die deutschen Basketballer hüpften im goldenen Konfettiregen von Manila auf dem Siegerpodest wild durcheinander, davor prangte in riesigen Buchstaben: "World Champions".

Das Sommermärchen ist auf den Philippinen mit einem Coup zu Ende gegangen, ein Traum Wirklichkeit geworden. Nach einer erneut bärenstarken Leistung schlug die Mannschaft um Turnier-MVP Schröder Serbien im Finale 83:77 (47:47) und ist tatsächlich Weltmeister.

Kaum war die feierliche Zeremonie vorbei, brachen alle Dämme in der Mall of Asia Arena. "Keine ernsten Fragen!", forderte Moritz Wagner am Mikro im Überschwang, von Bundestrainer Gordon Herbert war schon nichts mehr zu sehen. Der Baumeister des Erfolges saß allein in den Katakomben auf dem Teppichboden und wischte sich völlig überwältigt die Tränen aus den Augen.

Kapitän Schröder gibt Party-Befehl

"Weltmeister", sagte Schröder noch etwas ungläubig, das abgeschnittene Korbnetz trug der Regisseur im Interview mit MagentaSport um den Hals und sprach über das Erfolgsgeheimnis. "Wir sind ein Team, bleiben immer zusammen", so Schröder, dann gab er den Party-Befehl: "Es wird definitiv gefeiert, zu 1000 Prozent."


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Zuvor hatte es reichlich Glückwünsche gegeben. "Weltmeister!!! Unfassbar! Was für ein Team!!!!!", schrieb etwa Dirk Nowitzki bei X (ehemals Twitter). Denn selbst die deutsche Ikone hat diesen Meilenstein nie erreicht. Der Triumph in Asien ist der größte der Verbandsgeschichte, es gelangen acht Siege in acht Spielen.

30 Jahre nach dem EM-Triumph von München und gut ein Jahr nach den Feiertagen von Berlin, wo es bei der Heim-Europameisterschaft Bronze gegeben hatte, setzte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes noch einen drauf.

Das DBB-Team übertraf das bislang beste WM-Ergebnis aus der Ära Nowitzki, mit dem Turnier-MVP hatte es 2002 in Indianapolis/USA Bronze gegeben. Nun folgte Gold und Schröder wurde wie der Würzburger als wertvollster Spieler ausgezeichnet.

Riesiger Final-Hype in Deutschland

Ungeschlagen waren die Herbert-Schützlinge bis ins Endspiel marschiert, nach dem sensationellen Halbfinalerfolg über Topfavorit USA (113:111) stand gegen die vom früheren Bundestrainer Svetislav Pesic betreuten Serben das größte aller Spiele an.

Und die Unterstützung aus der Heimat war beim Highlight enorm. Ob aus Politik oder Sport, Daumendrücken für die Korbjäger war angesagt, in vielen deutschen Städten gab es Public Viewings, das ZDF hatte sich kurzfristig die Übertragungsrechte gesichert.

Gegen die körperlich robusten und defensivstarken Serben, die bei der WM auch ohne NBA-Champion und Finals-MVP Nikola Jokic (Denver Nuggets) groß auftrumpften, hieß es: gegenhalten, auch wegen der Kulisse. Es war für das DBB-Team wegen der lauten Fans, die bei Freiwürfen "Auf Wiedersehen" skandierten, ein Auswärtsspiel.

Die deutsche Mannschaft zeigte sich unbeeindruckt, nutzte ihre vielen Optionen in der Offense. Gerade Franz Wagner düpierte die Serben wiederholt, auch Regisseur Schröder, der für das Spiel des Lebens die goldenen Schuhe rausgeholt hatte, agierte stark. Beim Gegner war Starspieler Bogdan Bogdanovic kaum zu stoppen.

Schröder wird Anführerrolle gerecht

Lange war es ein Abnutzungskampf vor 12.022 Zuschauern. Angeführt von Schröder, der immer besser wurde, holte das DBB-Team mit einem Run das erste zweistellige Polster gegen den Vizeweltmeister von 2014 heraus (64:53/28. Minute).

Zwar kamen die Serben kamen nochmal bis auf drei Punkte heran (75:78/39.), doch die deutsche Mannschaft blieb völlig cool. Topscorer Schröder (28 Punkte) versenkte 21,4 Sekunden vor der Schlusssirene einen ganz wichtigen Korbleger zum 81:77 - der Rest ist Geschichte.

Es gab für den DBB die zweite WM-Medaille und die fünfte insgesamt. 1993 war Deutschland unter Pesic Europameister geworden, 2005 gab es EM-Silber, 2022 Bronze. Nächster Höhepunkt sind die Olympischen Spiele 2024, das Ticket für Paris war durch den Halbfinaleinzug eingetütet worden.

Am Montag fliegt der DBB-Tross nach der Partynacht nach Hause, am Dienstag gibt es dann in Frankfurt am Main einen Empfang bei einem Sponsor. Der Auftakt zu vielen Feierlichkeiten, die noch folgen werden.

Deutschland
Deutschland
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14
Serbien
Serbien
Serbien
77
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10
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14:40
So, 10.09.
Beendet
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