Suche Heute Live
Tour de France
Artikel teilen

Tour de France
Radsport Straßenrennen
(M)

Woods gewinnt 9. Etappe

Pogacar kocht Vingegaard bei Vulkan-Showdown ab

Tadej Pogacar holt bei der Tour de France auf
Tadej Pogacar holt bei der Tour de France auf
Foto: © IMAGO/Nico Vereecken
09. Juli 2023, 18:11

Tadej Pogacar entscheidet den nächsten Schlagabtausch mit Jonas Vingegaard knapp für sich. Der Titelverteidiger aber behält beim Sieg von Michael Woods das Gelbe Trikot.

Tadej Pogacar strahlte über das ganze Gesicht und jubelte vor der spektakulären Kulisse am Puy de Dome - Jonas Vingegaard guckte trotz des Gelben Trikots bedröppelt.

35 Jahre nach der letzten Zielankunft auf dem legendären Vulkan im Zentralmassiv hat Herausforderer Pogacar den nächsten kleinen Punktsieg im Gigantenduell gefeiert. "Das war echt hart heute, ich hatte nicht meinen besten Tag", sagte Vingegaard: "Tadej war am Ende stärker, deswegen hat er sich das verdient."

Zuvor hatte der Titelverteidiger auf der neunten Etappe der Tour de France immerhin Schlimmeres verhindert, sich nur mit acht Sekunden Rückstand ins Ziel gequält - und beim Tagessieg des Kanadiers Michael Woods sein Gelbes Trikot mit 17 Sekunden Vorsprung verteidigt.

Duell für die Geschichtsbücher

Der Slowene Pogacar, schon am Donnerstag am Tourmalet der stärkere der beiden Hauptprotagonisten, trat gut einen Kilometer vor dem Ziel auf 1415 m Höhe mächtig an und riss eine kleine Lücke, die Vingegaard nicht mehr schloss. Es ist schon jetzt ein Duell für die Geschichtsbücher der Frankreich-Rundfahrt.

"Das wird super, super hart", hatte Pogacar vor der Etappe prophezeit: "Das Feld wird explodieren." Und so kam es dann auch: Die weiteren Klassementfahrer konnten auf den brutal schweren letzten im Schnitt zwölf Prozent steilen viereinhalb Kilometern nicht mithalten.

Jai Hindley (Australien), Kapitän der deutschen Bora-hansgrohe-Mannschaft und nach der ersten Pyrenäen-Etappe in Gelb, verlor deutlich auf die beiden Topfahrer, behielt aber mit 2:40 Minuten Rückstand seinen dritten Platz im Gesamtklassement. Auch sein Helfer Emanuel Buchmann (Ravensburg) konnte früh nicht mehr folgen, bleibt aber auf Gesamtplatz 13.

Erbitterte Fights bei der Tour de France

Bereits in den Pyrenäen hatten sich die beiden Protagonisten in der ersten Tourwoche zwei erbitterte Fights geliefert. Zunächst fuhr Vingegaard auf dem Weg nach Laruns über eine Minute Vorsprung heraus, einen Tag später konterte Pogacar mit dem Etappensieg bei der Tourmalet-Etappe.

Nach dem Ruhetag am Montag dürfte der Kampf der beiden Rivalen spätestens am Freitag wieder entbrennen, wenn die Bergankunft auf dem Grand Colombier ansteht. "Das wird ein ganz schöner Kampf in den nächsten zwei Wochen", sagte Vingegaard.

Der bereits 36 Jahre alte Woods vom Team Israel-Premier Tech siegte mit 28 Sekunden Vorsprung auf den Franzosen Pierre Latour als Solist. "Ich muss mich immer noch selber zwicken. Ich bin so stolz", sagte der Kanadier. "Ich hatte einige schwere Jahre, aber jetzt ist definitiv ein Traum in Erfüllung gegangen."

Erst 500 Meter vor dem Ziel hatte Woods den lange führenden US-Amerikaner Matteo Jorgensen abgefangen. Jorgensen hatte wie der sichere Sieger ausgesehen, an der Fünf-Kilometer-Marke aber seine letzte Trinkflasche fallen gelassen - dann ging dem 65 kg leichten 1,91-m-Schlaks der Sprit aus.

Tour de France zurück auf dem Puy de Dome

Seit 1988 war die Tour nicht mehr auf dem Puy de Dome zu Gast gewesen, damals gewann Vingegaards Landsmann Johnny Weltz. Bis in die 70er gehörte der Vulkan zum festen Tour-Inventar.

Die schwierige Sprinteretappe am Samstag nach Limoges hatte der dänische Ex-Weltmeister Mads Pedersen vor dem Belgier Jasper Philipsen gewonnen, der zuvor alle drei Massenspurts für sich entschieden hatte. Das sportliche Geschehen trat aber ein wenig hinter das kleine Drama um Mark Cavendish zurück.

Der beste Sprinter der Tour-Geschichte, der tags zuvor seinen 35. Etappensieg knapp verpasst hatte, lag plötzlich unter großen Schmerzen auf dem Asphalt der Departementsstraße 85. Ein Schlüsselbeinbruch beendete "Cavs" 14. und mutmaßlich letzte Frankreich-Rundfahrt bitterstmöglich. "Herzzerbrechend", sagte Cavendishs alter Rivale Marcel Kittel dem SID.

Newsticker

Alle News anzeigen