Von einer normalen Zeitenjagd konnte am Freitagabend in Spielberg keine Rede sein, als die 20 Formel-1-Piloten das Qualifying zum Großen Preis von Österreich austrugen, der am Sonntag (ab 15:00 Uhr) stattfinden wird. Praktisch im Minutentakt wurden wegen überschrittener Tracklimits Rundenzeiten annulliert, Red-Bull-Star Sergio Pérez landete so nur auf Platz 15.
Es passt einfach ins Bild beim Mexikaner: Checo Pérez, der in den letzten Wochen ohnehin schon durch schwache Performances aufgefallen war und intern nicht mehr unumstritten sein soll, schaffte es in Q2 beim Heimspiel in Spielberg in drei Anläufen nicht, eine regelkonforme Runde hinzubekommen.
Jedes Mal wurde sein Bolide in einer der schnellen Kurven zu weit nach außen getrieben, sodass er mit allen vier Rädern über die Streckenbegrenzung in Form einer weißen Linie hinausgefahren war. Die Strafen folgten, wie bei einem Großteil der anderen Piloten während des Qualifyings auch, auf dem Fuße, die jeweiligen Rundenzeiten wurden gestrichen.
"Können wir nochmal fahren? Was verdammt? Was für ein Witz mit den Tracklimits", wollte es Pérez am Boxenfunk gar nicht richtig wahrhaben.
Auch Teamkollege Max Verstappen, dem selbst in Q1 und Q2 jeweils eine Zeit gestrichen wurde, echauffierte sich über die strengen Tracklimit-Regeln: "Das ist ein Witz mit diesen Tracklimits! Lächerlich!"
Marko nimmt Pérez nach erneuter Schlappe noch in Schutz
Im Gegensatz zu Pérez schaffte es der WM-Leader aber jeweils, sich in einem weiteren Versuch in Gänze auf dem Asphalt zu halten und sich nicht zu weit auf die Kerbs hinaustreiben zu lassen.
Folglich holte der Niederländer seine vierte Pole in Serie, während Checo Pérez eine erneute Klatsche zu verdauen hatte.
"Er hat den Speed gehabt für ganz vorne. Er war bis zur letzten Kurve völlig sicher unterwegs. Dann ist er in Verkehr gekommen, das hat ihn hauptsächlich irritiert", nahm Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko den angeschlagenen Mexikaner am "Sky"-Mikrofon noch in Schutz.
Für den 80-Jährigen steht fest, dass sich im kommenden Jahr auf dem Red-Bull-Ring etwas ändern muss: "Man muss sich eine andere Lösung einfallen lassen. Entweder höhere Kerbs, oder die alte Schule mit einem Kiesbett", so der Österreicher, der sich mit dem Tracklimit-Chaos am Freitagabend trotz der Verstappen-Pole nicht zufrieden zeigte.
Nutznießer der vielen Annullierungen von Rundenzeiten war übrigens Nico Hülkenberg. Der Haas-Fahrer rutschte durch gestrichene Zeiten der Konkurrenten ins Q3 vor und wird am Sonntag von Platz acht aus ins Rennen starten.


