Nach dem blamablen 3:3 (2:0) am Samstag beim VfB Stuttgart liegen bei Borussia Dortmund die Nerven blank. BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl wählt deutliche Worte - und kritisiert die Mannschaft schonungslos.
"Ich habe einfach nur komplettes Unverständnis über diese zweite Halbzeit. Es ist eine große Enttäuschung, Frust, eine gewisse Aggressivität, die ich gerade nach dem Spiel verspürt habe. Ich muss das jetzt erstmal sacken lassen. Wir haben uns viel kaputtgemacht", sagte Kehl nach der Partie gegenüber Journalisten.
Der BVB hatte gegen die akut abstiegsgefährdeten Schwaben zunächst eine 2:0-Führung durch Treffer von Sébastien Haller (26.) und Donyell Malen (33.) aus der Hand gegeben. Tanguy Coulibaly (78.) und Josha Vagnoman (84.) glichen für den VfB aus.
Dann kam die völlig verrückte Schlussphase: Giovanni Reyna (90. +2) traf zur erneuten BVB-Führung, Silas Katompa Mvumpa (97.) noch zum vielumjubelten Ausgleich für die Hausherren - ein Last-Minute-Rückschlag, der Kehl auf die Palme bringt. Zumal die Stuttgarter nach der Gelb-Roten-Karte gegen Konstantinos Mavropanos (39.) lange in Unterzahl agierten.
BVB: "Das muss man erst mal schaffen gegen zehn Leute"
"Obwohl wir das 3:2 machen, noch mal in so eine Situation laufen, in der wir nicht kompakt stehen und individuelle Fehler machen - das ist nicht zu erklären", polterte der langjährige BVB-Kapitän.
Auch das 1:1 des FC Bayern im Parallelspiel gegen 1899 Hoffenheim konnte Kehl nicht aufheitern. "Ich ärgere mich brutal über mich selbst und weniger über das, was in München passiert ist." Er sei aktuell "nicht strategisch und analytisch, sondern einfach nur sauer", ergänzte der 43 Jahre alte Ex-Profi.
"Wir haben in der zweiten Halbzeit vier Tore kassiert - das muss man erst mal schaffen gegen zehn Leute", sagte Kehl, der damit auf den wegen einer knappen Abseitsstellung aberkannten Treffer von Serhou Guirassy (52.) anspielte.



























