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sport.de-Kolumnistin droht Wettlauf gegen die Zeit

Skisprung-Ass Rupprecht enthüllt Nachwirkungen von WM-Sturz

Skisprung-Ass Anna Rupprecht kränkelt momentan
Skisprung-Ass Anna Rupprecht kränkelt momentan
Foto: © IMAGO/Eibner/Memmler
07. März 2023, 16:28
sport.de
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Vor dem Saisonendspurt liegt Deutschlands Skisprung-Ass Anna Rupprecht flach. In ihrer neusten sport.de-Kolumne verrät die kränkelnde 26-Jährige, wie sie sich wieder fit machen will und welches Ziel sie dabei antreibt.

Ich liege auf dem Wohnzimmersofa, umzingelt von Taschentüchern und diversen Vitaminpräparaten. Alle zwei Stunden raffe ich mich auf, um die Prozedur mit dem Inhalator zu wiederholen, Eukalyptus ist gut für verstopfte Nasen und belegte Bronchien. Nach der Weltmeisterschaft hat mich ein kräftiger grippaler Infekt erfasst. Man kennt das ja. Ist eine Phase der Anspannung erst mal vorbei, ist der Körper sehr anfällig. Demnach bin ich also Opfer eines klassischen Musters, was mir aber als Erkenntnis auch nicht weiterhilft.

Nach dem letzten Wettkampf in Planica hat es mich erwischt, nach dem Sturz dort ist es doch etwas stärker in mich gefahren. Kopf- und Nackenschmerzen waren die Folge meines kleinen Unfalls, damit in der Kälte zu stehen hat den Körper offensichtlich geschwächt und anfällig gemacht – freie Bahn für die Viren, wenn die Abwehrkraft allgemein geschwächt ist.

Ich bin in Ruhe zu Hause, zweimal am Tag packe ich mich dick ein und gehe langsame Spaziergänge an der frischen Luft, die alle die, die älter als ich sind, als heilsam bezeichnen. Ich halte mich daran und hoffe, dass ich zur Raw-Air-Tournee wieder fit bin.

Zunächst stünde für mich das Springen in Oslo an, auf einer kleineren Schanze, mit der ich eigentlich immer besser zurechtkomme als mit der dann folgenden in Lillehammer. Wenn ich mitreise, wohnen das Team und ich in Oslo in einem wunderschönen Hotel direkt an der Schanzenanlage mit einem unglaublichen Blick auf das Stadtzentrum von Oslo und das dahinterliegende Meer. Kurze Wege zur Anlage sind am Wettkampftag ein nicht hoch genug zu bewertendes Privileg, das wir nicht immer haben.

Ein Weltcuport nahe an einer Hauptstadt hat Seltenheitswert, der unter anderem auch ermöglicht, sich von den Wettkämpfen mal abzulenken und sich mit den Mannschaftskameradinnen am kollektiven Shopping zu versuchen, was wir zuletzt in Sapporo erfolgreich zelebriert hatten. Im Fokus einer möglichen "Modejagd" stünden bei mir diesmal Norwegerpullover in allen Schnitten und Mustern.

Doch das sind in der Tat alles Pläne im Konjunktiv, deren Einlösung von meinem Gesundheitszustand abhängt. Ich hoffe sehr, dass ich es schaffe, winkt doch am Ende der Springen in Oslo und Lillehammer für die Top 15 der Gesamtwertung dann ein Start in Vikersund mit dem ersten Skifliegen für Frauen, was wieder einen Meilenstein in der Geschichte des Damen-Skispringens darstellt. Bei diesem besonderen Ereignis wäre ich natürlich gerne dabei.

Daher stehe ich jetzt wieder auf, befülle den Eukalyptus-Inhalator und werde diesmal nicht an einem Telemark, sondern an meiner Nase arbeiten!

Herzliche Grüße

Anna Rupprecht

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