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Hertha BSC am Boden: "Wir sitzen richtig in der Scheiße"

Hertha BSC stürzt in der Bundesliga immer weiter ab
Hertha BSC stürzt in der Bundesliga immer weiter ab
Foto: © IMAGO/Jan Huebner
05. Februar 2023, 10:35

Hertha BSC befindet sich weiter im freien Fall. Die Aussicht auf Besserung ist gering, doch eine Trainerdiskussion soll es (noch) nicht geben.

Sandro Schwarz flüchtete sich in Durchhalteparolen, mehrere Spieler übten Selbstkritik - nur einer brachte die Situation bei Hertha BSC ungeschönt auf den Punkt. "Wir sitzen richtig in der Scheiße", räumte Kevin-Prince Boateng nach dem nächsten Tiefschlag ein. Denn nicht erst seit der abstiegsreifen Vorstellung beim 0:3 (0:2) bei Eintracht Frankfurt befindet sich der Hauptstadtklub erneut im freien Fall.

Noch muss Schwarz aber wohl keine Konsequenzen fürchten, seine Profis jedenfalls stehen weiter hinter ihm. Es gebe keine Diskussion um den Trainer, sagte Boateng, die Spieler müssten "selbst in den Spiegel gucken".

Schwarz sei "zu 100 Prozent" der richtige Coach, meinte auch Marco Richter. Der "Berliner Kurier" aber etwa fragte bereits, wie lange die von Präsident Kay Bernstein erst kürzlich erneuerte Jobgarantie halten werde.

Keine Punkte im neuen Jahr, vier Niederlagen und als Tabellenvorletzter bereits fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer - die Horrorbilanz spricht keineswegs für den Trainer. "Ich weiß, dass wir zu wenige Punkte haben", gab Schwarz zu. Und seine Zukunft? Alles andere müssten die Leute aus dem Verein heraus verantworten. Er forderte dennoch: Im Abstiegskampf brauche es Ruhe.

Doch davon gibt es derzeit wenig in Berlin, schon gar nicht nach den turbulenten Tagen zuletzt. Da wären die Derbypleite gegen Union (0:2), die Entlassung von Geschäftsführer Fredi Bobic, der Start des neuen Sportdirektors Benjamin Weber und die überraschende Zurückhaltung auf dem Transfermarkt. Die Aussicht auf Besserung? Äußerst gering, Gladbach und Dortmund lauten die kommenden Aufgaben.

Lage der Hertha "natürlich besorgniserregend"

Der ernüchternde Auftritt in Frankfurt verschlechterte die Stimmung weiter - nach der Last-Minute-Rettung im Vorjahr befindet sich die Hertha längst wieder im Alarmmodus. "Wir haben noch 15 Spiele, das ist das Positive. Aber natürlich ist es besorgniserregend. Ich schlafe nicht gut", sagte Boateng der sich im Relegationsdrama des vergangenen Jahres zum emotionalen Leader aufgeschwungen hatte.

Sein sportlicher Wert ist überschaubar, nur ein Startelf-Einsatz steht zu Buche - doch schlüpft er womöglich wieder in die Rolle des Anführers? "Ich gebe das, was ich noch habe, körperlich, geistig. Ich bin 100 Prozent da, das ist meine Liebe und mein Verein", sagte der 35-Jährige, der seinen Herzensklub längst noch nicht aufgegeben hat: "Wenn mein Glaube nicht groß wäre, würde ich zu Hause bleiben."

Optimismus verbreitete auch Schwarz, zumindest versuchte er es. Die zweite Halbzeit etwa hob er hervor, in der seine Mannschaft nach katastrophalem Beginn "ordentlich" gespielt habe. Es mache Hoffnung, sagte der Hertha-Coach trotzig, dass sein Team nach der Pause versucht habe, "am Ergebnis zu schrauben". Schlussendlich sei das Resultat aber trotzdem "enttäuschend". Mal wieder.

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