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Alte Dame vor Berliner Derby abstiegsreif

Entfesselte Wölfe führen Hertha im eigenen Stadion vor

Der VfL Wolfsburg hat Hertha BSC deutlich geschlagen
Der VfL Wolfsburg hat Hertha BSC deutlich geschlagen
Foto: © IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch
24. Januar 2023, 22:30

Niko Kovac bleibt mit dem VfL Wolfsburg im Torrausch und hat seiner alten Liebe Hertha BSC im Abstiegskampf einen üblen Stich versetzt.

Nur drei Tage nach dem Sechserpack gegen den SC Freiburg feierten die Niedersachsen mit dem 5:0 (3:0) in Berlin den nächsten Kantersieg und verschärften die Krisenstimmung beim erschreckend hilflosen Hauptstadtclub.

Mattias Svanberg (4. Minute), Maximilian Arnold (31./Handelfmeter), Jonas Wind (34.), Ridle Baku (72.) und Omar Marmoush (86.) erzielten die Tore in der einseitigen Partie.

Während Wolfsburg mit nun zehn Spielen ohne Niederlage auf Europacup-Kurs liegt, verharrt die desolate Hertha zum Ende der Hinrunde der Fußball-Bundesliga auf dem 17. Platz - einem direkten Abstiegsplatz.

Hertha-Packung vor dem Berliner Derby

Die Berliner kassierten vor 29.483 Zuschauern im Olympiastadion ihre höchste Saisonniederlage und erstmals fünf Gegentore. Bis zum Samstag muss Trainer Sandro Schwarz die Blau-Weißen schnell aufrichten, sonst droht im Derby gegen den 1. FC Union Berlin die nächste Demütigung. Nicht mit dabei sein darf dann Innenverteidiger Rogel, der gegen Wolfsburg seine fünfte Gelbe Karte sah.

Ziemlich innig war die kollegiale Umarmung der Trainer vor dem Anpfiff. Seinen "Heimatverein" möge er doch bitte schön retten, mag der Ur-Berliner Kovac dem aktuellen Hertha-Coach Schwarz zugeraunt haben. An diesem lausig kalten Abend im Olympiastadion lag der Verdacht nahe, dass dies ein unmöglich zu erfüllender Wunsch bleibt. Viel mehr Intensität und Aggressivität hatte Schwarz von seinen Spielern nach der 1:3-Enttäuschung in Bochum gefordert. Geboten bekam er vom Anpfiff an genau das Gegenteil.

Svanberg düpierte mit einem horizontalen Lauf durch den Hertha-Strafraum den ganzen Berliner Defensivverbund und schoss sehenswert zu seinem ersten Bundesliga-Tor ein. Schon in Bochum vermisste Schwarz eine Antwort auf einen frühen Rückstand. Diesmal passierte bei der Hertha in Sachen koordiniertem Spielaufbau: Nichts! Ein Schüsschen von Suat Serdar (24.) war alles. Dodi Lukebakio - zuletzt gesperrt und daher nun allein durch seine Rückkehr ein Hoffnungsträger - dribbelte mit dem Ball wenig später unkontrolliert ins Aus.

Wolfsburg spielt befreit auf

Noch schlimmer: Nachdem Rogel sein persönliches Tempolimit nur mit einem rüden Rempler gegen Patrick Wimmer kompensieren konnte, wehrte Lukebakio den folgenden Freistoß in der Mauer recht plump mit dem Ellenbogen ab. Arnold verwandelte den Strafstoß sicher.

"Wir wollen Euch kämpfen sehen", schallte es von den Rängen. Auf der Haupttribüne blickten Herthas Geschäftsführer Fredi Bobic und der noch angeschlagene Winterzugang Florian Niederlechner ziemlich zerknirscht drein. Wie locker auch am Gefrierpunkt Fußball funktioniert, zeigten die befreiten Wolfsburger. Wind legte flott den dritten Treffer nach.

Für die zweite Halbzeit schwor Kevin-Prince Boateng seine Kollegen vor der Ersatzbank ein. Das zeigte erstmal Wirkung. Zumindest gekämpft wurde jetzt.

Die Hertha spielte nun mutiger, zeigte wenigstens eine gesichtswahrende Leistung und profitierte auch davon, dass die abgeklärten Wolfsburger etwas mehr zuließen. Durchschlagenden Erfolg hatten die Angriffsbemühungen allerdings nicht. Stattdessen legte Wolfsburg sogar noch zweimal nach.

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