Der FC Bayern hat Medienberichte über die Entlassung von Toni Tapalovic bestätigt und mit einem kurzen Abschiedsschreiben reagiert. Kurz danach meldete sich auch der langjährige Torwart-Trainer selbst zu Wort - genauso wie sein enger Vertrauter Manuel Neuer. Der derzeit verletzte Stammtorhüter sprach vom "Ende einer Ära".
Torwart-Beben beim FC Bayern: Wie die Münchner am Montagabend bekanntgaben, wurde Keeper-Trainer Toni Tapalovic von seinen Aufgaben entbunden. Zuvor hatten zahlreiche Medien über das Aus des 42-Jährigen berichtet.
"Toni war als Torwarttrainer unserer Mannschaft an den Erfolgen der vergangenen Jahre beteiligt. Dafür möchten wir uns bei ihm bedanken", wurde Hasan Salihamidzic auf der vereinseigenen Homepage zitiert.
"Insbesondere Differenzen über die Art und Weise der Zusammenarbeit haben jetzt dazu geführt, dass wir getrennte Wege gehen", begründete der Sportvorstand die Entlassung und bestätigte damit auch gleichzeitig einen Bericht von "Bild", nach welchem sich Cheftrainer Julian Nagelsmann und Tapalovic nicht mehr grün waren.
Tapalovic selbst meldete sich noch am Montagabend via Instagram und bedankte sich für "11,5 unvergessliche Jahre". Seine Zeit beim FC Bayern sei "überraschend" geendet.
"Ich möchte mich bei allen bedanken, die ich in den vergangenen Jahren kennenlernen und mit denen ich vertrauensvoll zusammenarbeiten durfte – großartige Trainer, super Spieler und vor allem tolle Menschen! Dafür bin ich sehr dankbar und behalte all das für immer in Erinnerung", schrieb er und postete dazu zahlreiche Fotos von Trainern, mit denen er an der Säbener Straße zusammengearbeitet hatte. Ein Foto von Nagelsmann fehlte jedoch.
Salihamidzic konnte Verhältnis nicht mehr kitten
Das Boulevardblatt hatte zuvor berichtet, dass Salihamidzic in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Versuche unternommen habe, die angeknackste Beziehung zwischen dem Keeper-Trainer und Nagelsmann zu kitten, doch alle Versuche sollen erfolglos geblieben sein. Nun die Trennung.
Einer der Hauptgründe für die Differenzen nach "Bild"-Infos:: Tapalovic tat sich schwer, die Anweisungen des 35-jährigen Cheftrainers zu befolgen.
Nagelsmann selbst hatte am Montag in der Spieltags-PK vor dem Köln-Spiel etwas tiefere und (im Nachhinein) mehrdeutige Einblicke zugelassen.
"Ähnlich wie Spieler Dinge verbessern können, kann auch ein Trainer und ein Torwarttrainer Dinge verbessern, dass es besser funktioniert und alle in die selbe Richtung gehen", sagte der Coach unter anderem, als er zu seiner Beziehung zu Tapalovic befragt wurde.
Unter Nagelsmann-Vorgänger Hansi Flick war Tapalovic noch zum Assistenten befördert worden, unter Nagelsmann rückte er zuletzt zurück auf seine bisherige Position als Torwart-Coach.
FC Bayern: Tapalovic mit enger Verbindung zu Neuer
Der Kroate, der seit 2011 unter zahlreichen Trainern für die Torhüter beim FC Bayern verantwortlich war, gilt als enger Freund von Stammkeeper Neuer. Gemeinsame Urlaube zeugen von der engen Verbindung der beiden.
Nun muss Neuer ohne seinen Trainer und Vertrauten auskommen. Wie es bei "Bild" heißt, wurde der deutsche Nationaltorwart zuvor über die Freistellung seines Freundes informiert und mit ins Boot geholt.
Neuer selbst meldete sich am Montagabend ebenfalls via Instagram zu Wort. "Ein absoluter Pionier des Torwartspiels" verlasse die Münchner, schrieb der Torwart und sprach von einem "Ende einer Ära".
Ohne Tapalovic wären "all diese Erfolge niemals möglich gewesen", so Neuer weiter, der bekräftigte: "Nicht zuletzt hast du auch mich und mein Torwartspiel geprägt und auf ein neues Level gehoben. Ich werde dich vermissen! "
Was das Aus von Tapalovic für Neuers Zukunft in München bedeutet, ist noch offen. Gut möglich, dass sich die Position des 36-Jährigen, der derzeit an den Folgen eines Skiunfalls (Schien- und Wadenbeinbruch) laboriert und noch Monate ausfällt, dadurch nicht unbedingt verbessert hat.
Nübel: Kaum Kontakt zu Tapalovic
Kritik gab es an Tapalovic - neben erwähnter mangelhafter Beziehung zu Nagelsmann - zuletzt auch vom derzeit nach Monaco verliehenen Alexander Nübel.
"Kontakt war nicht viel vorhanden", sagte Nübel im "ZDF" über Tapalovic. Sportchef Salihamidzic hatte daraufhin "interne Gespräche" angekündigt, deren Ergebnis nun das Aus des 42-Jährigen waren, dem wohl auch zum Verhängnis wurde, dass er sich allein um Neuer und Ersatzmann Sven Ulreich, aber viel zu wenig um die Jugendtorhüter gekümmert habe.




























