Suche Heute Live
Snooker-Main-Tour
Artikel teilen

Snooker-Main-Tour

Snooker-Skandal: Erster Profi fordert lebenslange Sperren

Der frühere Masters-Champion Yan Bingtao wurde vom Snooker-Weltverband suspendiert
Der frühere Masters-Champion Yan Bingtao wurde vom Snooker-Weltverband suspendiert
Foto: © IMAGO/Colin Poultney
14. Dezember 2022, 11:01
sport.de
sport.de

Der Snooker-Sport wird von einem massiven Wett- und Betrugsskandal erschüttert. Gegen sieben Spieler hat der Weltverband WPBSA bereits Untersuchungen eingeleitet. Sollten sich die schweren Vorwürfe bestätigen, fordert Ex-Weltmeister Shaun Murphy eine lebenslange Sperre. 

"Hier geht es um den weltweiten Ruf des Snooker-Sports. Wenn diese Spieler schuldig gesprochen werden, verlieren wir unser Gentleman-Image. Und dann haben sie in meinen Augen kein Recht mehr, jemals wieder Teil der Snooker-Gemeinschaft zu sein", forderte Murphy im Gespräch mit dem Portal "TheSportsman" drakonische Strafen, sofern sich die Vorwürfe gegen die sieben beschuldigten chinesischen Spieler bestätigen sollten. 

Richtig ins Rollen kam der Skandal in der vergangenen Woche, als der Weltverband WPBSA die fünf Chinesen Lu Ning, Li Hang, Zhao Jianbo, Bai Langning und Chang Bingyu vorläufig wegen möglicher Spielmanipulation und Wettbetrug suspendierte. Bereits im Oktober zog der Verband mit Liang Wenbo einen weiteren Spieler aus dem Verkehr, dem Ähnliches zur Last gelegt wird. 

In dieser Woche eskalierte die Situation vollends, als die WPBSA den Weltranglisten-16. Yan Bingtao ebenfalls suspendierte und ihm so die Teilnahme an den English Open verwehrte. Auch dem 22-Jährigen wird eine mögliche Ergebnismanipulation vorgeworfen. 

Betrugsfälle im Snooker keine Seltenheit

Snooker-Legende Jimmy White sprach gegenüber "Eurosport" von einem "sehr schlechten Tag" für den Sport. Und auch WPBSA-Boss Jason Ferguson musste zugeben, dass die Entwicklungen der letzten Tage "kein gutes Licht" auf die Sportart werfe. 

Betrugsfälle hat es im Snooker in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Involviert waren regelmäßig auch Spitzenspieler. So wurde im Jahr 2010 etwa mit Stephen Lee ein Spieler der Top 8 der Weltrangliste überführt. Der Engländer wurde für insgesamt 14 Jahre von allen offiziellen Wettbewerben ausgeschlossen. Auch der ehemalige Snooker-"Bad-Boy" Quinten Hann, immerhin mal die Nummer 14 der Welt, wurde wegen Betrugs gesperrt. 

Unter den in Verdacht geratenen Profis zählte vor einigen Jahren auch der mehrmalige Weltmeister John Higgins. Die mittlerweile eingestampfte Boulevardzeitung "News of the world" veröffentlichte ein Video, auf dem Higgings erklärte, es sei kein Problem für ihn, ein Spiel zu manipulieren. Später erklärte er seine Aussagen mit Angst vor der osteuropäischen Wettmafia. Er habe deswegen "mitgespielt". Der Verband kaufte ihm diese Erklärung ab und sperrte ihn nur für sechs Monate. 

Newsticker

Alle News anzeigen