Max Görner ist Last Man Standing von Ninja Warrior Germany. Als Fan der ersten Stunde nahm der 19-jährige Nürnberger 2021 zum ersten Mal überhaupt bei der regulären Staffel teil. Bereits ein Jahr später erfüllte er sich den großen Traum vom Last Man Standing.
Im exklusiven sport.de-Interview teilt er seine Gedanken nach dem Sieg und verrät, welche Ziele er sich bei Ninja Warrior Germany noch gesetzt hat.
Max, erst einmal herzlichen Glückwunsch zu deinem Sieg! Wie hat es sich angefühlt, dass du das Ding ein Jahr nach deiner ersten Teilnahme bei Ninja Warrior Germany gewinnen konntest?
Max Görner: Dankeschön! Es hat sich überhaupt nicht real angefühlt. Ich habe meine Chance auch niemals so gut eingeschätzt und deswegen war ich schon sehr überrascht, dass es so gut lief und ich auch gewinnen konnte. Ich konnte es in dem Moment auch noch gar nicht glauben und habe Wochen bis hin zu Monaten gebraucht bis ich es wirklich realisiert habe. Es war alles ziemlich surreal.
Was ging dir in dem Moment durch den Kopf, als du gemerkt hast, dass du Last Man Standing bist?
Da waren sehr viele Gedanken dabei. Einerseits natürlich die große Erleichterung und auf der anderen Seite, dass man sich den großen Traum erfüllt hat. Ich habe davon jahrelang geträumt. Natürlich war ich überrascht, dass es schon so früh passiert. Da war wirklich sehr viel los in meinem Kopf.
Dein Gegner am Mount Midoriyama war Moritz Hans. Was hast du gedacht, als du gehört hast, dass du dich mit ihm duellieren wirst?
Ich war live dabei als Moritz Stage III gebuzzert hat. Ich habe mich richtig für ihn gefreut, dass er es ebenfalls geschafft hat, auch weil ich unbedingt jemand Zweites am Mount dabeihaben wollte. Das hat mich zusätzlich motiviert. Moritz war für mich jahrelang ein Vorbild und ist es auch immer noch. Man muss sich vorstellen, damals bei der ersten Staffel habe ich als kleines Kind begeistert zugeschaut und dann stehe ich irgendwann mit ihm zusammen am Mount. Das war schon ein großer Traum von mir und ich hätte niemals gedacht, dass so etwas passiert.
Hattet ihr vor dem Mount Midoriyama noch eine Gelegenheit euch auszutauschen?
Wir waren zusammen in der Warm-Up-Area, wo wir noch kurz geredet haben, aber natürlich ist dann jeder auch in seinem Tunnel. Informationen konnten wir da nicht mehr austauschen. Im Anschluss sind wir dann auch recht zügig in die Isolation gekommen, wo wir nicht mehr miteinander sprechen konnten.
Moritz Hans ist ja bereits im letzten Jahr schon knapp gescheitert. Hattest du im Anschluss noch die Möglichkeit, mit ihm zu reden?
Wir haben tatsächlich nicht mehr so viel drüber geredet, auch weil die Zeit dafür gar nicht da war. Es ging alles ziemlich schnell und dann wurde auch gefeiert. Ich denke aber, er hat es mir gegönnt und hat auch gesehen, dass ich einfach weiter war. Ich denke, er wird es ganz gut verkraften können.
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Obwohl du in Staffel sechs schon eine beeindruckende Leistung gezeigt hast, hatten dich vermutlich nicht allzu viele auf dem Schirm für die siebte Staffel. Hat dich das zusätzlich angespornt?
Ich habe mir tatsächlich in diesem Jahr mehr Druck gemacht. Ich wusste, dass ich im Vergleich zum Vorjahr besser geworden bin und habe davor auch viele Wettkämpfe bestritten. Da haben schon viele aus der Ninja-Community gesehen, dass ich besser geworden bin. Die Zuschauer haben es vermutlich überhaupt nicht erwartet.
Glaubst du, dass die Zuschauer nach der Ausstrahlung mehr Interesse an dir zeigen werden, dass du beispielsweise mehr auf der Straße angesprochen oder mehr Nachrichten in den Sozialen Medien bekommen wirst?
Ich denke schon, dass man dadurch eine größere Reichweite bekommen wird. Ich kann es noch nicht ganz abschätzen, wie groß der Unterschied sein wird. Die meisten Menschen, mit denen ich auch privat etwas zu tun habe, wussten im Vorfeld auch noch gar nicht, wie weit ich es in dieser Staffel gebracht habe. Sie haben es auch erst durch die Show erfahren.
Ist es dir schwergefallen, dein Abschneiden bei deinen Freunden oder deiner Familie geheim zu halten?
Tatsächlich fällt es mir nicht so schwer, auch wenn man manchmal gerne darüber sprechen möchte. Ich denke, es hat sich im Nachhinein aber auch mehr als gelohnt, denn die Leute haben nun ganz anders reagiert als sie es im Fernsehen gesehen haben.
Hast du dir das Finale mit mehreren Leuten zusammen angeschaut?
Wir haben tatsächlich ein Public Viewing im Stuntwerk Köln geplant, auch weil wir am nächsten Tag in Köln noch einen Wettkampf haben. Ich habe dann auch meine Familie und meine Freunde mit dorthin genommen, die auch nichts von meinem Sieg wussten. Nur meine Schwester wusste davon, weil sie bei der Aufzeichnung live vor Ort war. Aus der Ninja-Szene kannten natürlich alle das Ergebnis, aber ich selber habe es niemandem erzählt.
Es gab den neuen Mount Midoriyama in dieser Staffel. Kam er dir gelegen? Hattest du im Vorfeld Zeit, dich auf die neue Herausforderung vorzubereiten?
Man muss sagen, dass ich meine Chancen nie so eingeschätzt hatte, dass ich bewusst den Mount trainiert habe. Ich habe eher auf die Final-Stage II und III trainiert und auch meine Chancen eher dort gesehen. Eigentlich hat es für mich also keinen großen Unterschied gemacht, dennoch würde ich sagen, dass der Mount in diesem Jahr um eines schwieriger war als in den Jahren zuvor. Durch die drei verschiedenen Disziplinen mit den zusätzlichen Übergängen war die Herausforderung noch einmal anders.
Ich habe mir auch im Vorfeld gedacht, dass ich den Mount ohne spezielles Training gar nicht schaffen kann, insbesondere in dem vorgegeben Zeitlimit war es sehr hart. Ich habe mir dann auch keinen Druck gemacht, weil ich wusste ich würde es in der Zeit überhaupt nicht schaffen. Trotzdem würde ich sagen, dass mir die Art von Mount eher nicht liegt, weil dort sehr viel Explosivkraft gefragt ist. Die Explosivkraft besitze ich noch nicht so sehr und das wird auch definitiv ein Trainingsziel für das nächste Jahr werden.
Als Last Man Standing hast du 25.000 € gewonnen, durch deinen Duell-Parcours kommen noch einmal 5.000 € dazu. Was wirst du mit dem Geld machen oder hast du es sogar schon ausgegeben?
Eine große Ausgabe werde ich nicht tätigen, aber ich werde vermutlich viel in den Ninja-Sport selbst investieren. Alleine für die Wettkämpfe und die ganzen Fahrten dorthin geht auch schon recht viel Geld drauf. Dazu kommen bestimmt noch ein paar kleinere Hindernisse, die ich mir in den Garten bauen werde. Eine größere Anschaffung habe ich aber noch nicht im Kopf.
Hast du ein bestimmtes Hindernis, das du gerne in deinem Garten zum Trainieren hättest?
Es ist schwierig, in meinem Garten noch ein größeres Hindernis hinzubauen. Es werden also eher kleinere Hindernisse werden, die man dort einfach einhängen kann. Klar, hätte ich gerne bekannte Hindernisse aus der Show, aber die sind sehr aufwendig zu bauen und da fehlt mir auch teilweise die Kompetenz und der Platz im Garten.
War es für dich schwer, nach deinem Sieg zurück in deinen Trainingsalltag zu kehren?
Ich hatte einerseits tatsächlich ein Motivationsloch, weil ich die Wochen davor sehr intensiv trainiert hatte und mir einfach eine Auszeit gönnen wollte. Mein Körper hat das auch einfach gebraucht. Dazu hatte ich in meinem Studium [Energie- und Gebäudetechnik, Anm. d. Red.] noch Prüfungsphase und konnte in der Zeit der Ninja-Aufzeichnung nicht wirklich lernen. In den drei Wochen der Prüfungen habe ich dann auch kein ein einziges Mal trainiert. Das tat mir aber auch richtig gut und danach konnte ich wieder voll durchstarten.
Du sagtest zuvor, dass du auch viel auf Wettkämpfe gehst und dafür trainierst. Konzentrierst du dich da ausschließlich auf den Ninja-Sport oder bist du auch noch im Bouldern oder Klettern aktiv?
Ich hatte zwei Boulder-Wettkämpfe, habe aber auch gemerkt, dass mir die Ninja-Wettkämpfe viel mehr Spaß machen. Ich bekomme auch dort meine Leistung viel besser umgesetzt und kann dort auch eher mal einen Wettkampf gewinnen. Beim Bouldern bin ich nicht so gut wie im Ninja-Sport. Daher liegt der Fokus mittlerweile komplett auf dem Ninja-Sport.
Was können wir von dir in den nächsten Jahren noch erwarten? Hast du dir für Ninja Warrior Germany noch weitere Ziele gesetzt?
Nachdem es dieses Jahr so gut gelaufen ist, ist es schon das Ziel, den Mount Midoriyama im nächsten Jahr komplett zu schaffen. Da werde ich mit Sicherheit sehr viel Zeit ins Training investieren. Ich werde mich mit mehreren Ninjas zusammentun und den Mount, wie man so schön sagt, richtig drillen. Das ist natürlich das Ziel. Ob es dann klappt, ist noch die Frage, aber ich werde meine ganze Kraft reinstecken, das Ding irgendwann zu bewältigen.
Mit wem wirst du zusammen trainieren? Hast du eine eigene Trainingsgruppe?
Am meisten trainiere ich mit Franky, also mit Frank Schmidpeter, den man ja auch dieses Jahr im Finale gesehen hat. Er kommt auch aus Nürnberg. Zusammen mit Stefan Angermeier wollen wir den Mount trainieren, weil er den in seinem Garten fast 1:1 nachstellen kann. Er wird auch demnächst noch den Kamin nachbauen. Die Himmelsleiter sowie das Seil hat er schon und dann kann man sogar bewusst die Übergänge trainieren. Wichtig ist es hier, dass man vor allem keine Zeit verliert. Das Zeitlimit bei Ninja Warrior Germany ist enorm hart.
Mal ein bisschen weg vom Ninja-Sport. Wie verbringst du deine Freizeit abseits von Ninja? Was hilft dir, den Kopf auch mal freizubekommen?
Viel Freizeit bleibt nicht, denn viel Zeit fließt auch noch in mein Studium. Neben dem Studium mache ich vorwiegend Sport und schaue auch, dass ich etwas mit meiner Familie und meinen Freunden unternehme. Daneben spiele ich aber auch noch Schlagzeug und fotografiere zwischendurch auch ganz gerne. Das Fotografieren ist aber auch eher eine Tätigkeit, die ich mehr im Urlaub ausübe als in meinem Alltag. Was den Sport angeht, sind meine Trainingseinheiten fast immer auf Ninja ausgelegt. Als Ausgleichssportart fahre ich noch gerne Mountainbike. Das mache ich auch sehr gerne und ist etwas mehr Training für die Beine.
Das Gespräch führte Natalie Salewski
