Trainer Thomas Reis vom VfL Bochum hat den Eingriff von Videoschiedsrichter Guido Winkmann beim spielentscheidenden Foulelfmeter im Spiel der Fußball-Bundesliga beim SC Freiburg kritisiert.
"Ich bleibe bei meiner Meinung. Es ist keine klare Fehlentscheidung des Schiedsrichters", sagte Reis, nachdem Marco Fritz zunächst nicht gepfiffen hatte.
Der Unparteiische sah sich die Szene, bei der VfL-Torhüter Manuel Riemann Freiburgs Roland Sallai zu Fall gebracht hatte, noch einmal selbst an und entschied anschließend auf Elfmeter.
Riemann parierte, aber mit dem zweiten Nachschuss besiegelte Vincenzo Grifo die 0:1-Niederlage der Bochumer. Es war die vierte Niederlage im vierten Spiel.
Laut Regelwerk ist die Voraussetzung für einen Eingriff des Videoassistenten, dass nach seiner Einschätzung eine klare und offensichtliche Fehlentscheidung des Schiedsrichters auf dem Platz vorliegen muss.
"Wenn man sich die Fernsehbilder anschaut, dann sieht man nach einigen Wiederholungen einen Griff an die Buxe. Aber der Spieler macht es einfach auch clever", sagte Reis.
Bochum-Trainer "absolut d'accord" mit Leistung seiner Mannschaft
Dennoch war der Coach mit der Leistung seiner Mannschaft zufrieden. Fünf Tage nach dem 0:7 gegen den FC Bayern München zeigte sich der VfL stark verbessert. "Wir haben gegen die Bayern viel Lehrgeld gezahlt. Der Auftritt stimmt mich positiv. Wenn wir so weitermachen, dann haben wir realistische Chancen, dass wir am Ende unser Ziel erreichen."
Reis sei "absolut d'accord mit der Art und Weise, wie wir heute aufgetreten sind". Der 48-Jährige fügte an: "Auch wenn die Niederlage natürlich schmerzt. Wir werden unseren Weg gehen, und wenn wir weiter so auftreten, dann haben wir realistische Chancen, die Klasse zu halten."
Gerade in der Schlussphase war seine Mannschaft mehrmals dem Ausgleichstreffer ganz nahe gekommen. Doch entweder scheiterten die Bochumer, die bis zum Ende aufopferungsvoll kämpften, am Aluminium oder am starken Freiburger Torhüter Mark Flekken.
Auch VfL-Kapitän Anthony Losilla versuchte, sich und der Mannschaft Mut zu machen. "Ich sehe trotzdem sehr viel Positives", sagte er. Natürlich sei die Niederlage "einfach bitter, weil wir wirklich alles gegeben haben". Aber: "Gefehlt haben aber nur die Tore."
Mehr Ballbesitz als der Europa-League-Teilnehmer SC Freiburg
Der frühere Freiburger Dominique Heintz sagte: "Wir sind in einem Prozess und finden uns so langsam. Die Abläufe sind klarer." Dies schlug sich auch in den Statistiken nieder. Bochum hatte am Ende 51 Prozent Ballbesitz und 5:2 Ecken - in einem Auswärtsspiel bei einem Europa-League-Teilnehmer.
Neben der Schlussphase dürfte Reis vor allem die mutige Anfangsphase positiv in Erinnerung bleiben. Immer wieder sorgten Takuma Asano und Gerrit Holtmann, die häufiger die Seiten tauschten, für schnelle Umschaltmomente und gefährliche Torraumaktionen. "So viele Chancen, wie wir uns gegen Freiburg erarbeiten durften, hatten wir in den letzten Spielen nicht", sagte Reis. Auch dies stimme ihn "positiv".
Doch viel Zeit wird Reis, dessen Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, wohl nicht mehr bleiben, der VfL droht den Anschluss zu verlieren. Am kommenden Samstag biete sich gegen Aufsteiger Werder Bremen vor eigenem Publikum die "große Gelegenheit", sagte Losilla. Doch dafür müsse man jetzt "alles tun".





























