Motorrad-Pilot Marcel Schrötter ist beim Heimrennen auf dem Sachsenring am Podium vorbeigeschrammt.
Der 29-Jährige belegte beim Großen Preis von Deutschland in der Moto2-Klasse bei hochsommerlichen Temperaturen den vierten Platz und wartet weiter auf sein erstes Top-3-Resultat in dieser Saison. Der Sieg ging an den überlegenen Spanier Augusto Fernández vor seinem Landsmann Pedro Acosta und Sam Lowes.
"Es wird ein langes Rennen", hatte Schrötter angesichts 34 Grad Celsius vor dem Start bei "Servus TV" gesagt. Der Lokalmatador, vor drei Jahren in Hohenstein-Ernstthal Dritter, erwischte nach seinem besten Qualifying des Jahres (5.) einen Traumstart und setzte sich noch vor der ersten Kurve auf Position zwei.
Nachdem Schrötter Fernández vorbeiziehen lassen musste, verlor er nach einem Fehler Ende der siebten Runde zwei weitere Plätze, arbeitete sich aber schnell wieder auf Rang vier vor. In der vorletzten Runde zog der Fahrer des deutschen Teams Intact GP an Lowes vorbei und war kurzzeitig Dritter, doch der Brite konnte antworten.
Durch den starken Auftritt in Sachsen holte der einzige deutsche WM-Fixstarter Schrötter beim zehnten Saisonlauf das sechste Top-Fünf-Resultat. In der Fahrerwertung belegt der Oberbayer mit 88 Punkten weiter den siebten Platz.
Rekord-Kulisse am Sachsenring
Bei ihrem Comeback nach drei Jahren haben die Fans am Sachsenring zudem für einen historischen Rekord gesorgt.
Insgesamt 232.202 Besucher und damit mehr als jemals zuvor kamen verteilt über drei Tage nach Hohenstein-Ernstthal, die bisherige Bestmarke stammte aus dem Jahr 2011 (230.133).
"Das Interesse am Motorrad-Grand-Prix war nie höher als in diesem Jahr, das haben mehr als 230.000 Besucher am Wochenende bei Deutschlands größtem Einzelsportevent bewiesen", sagte ADAC-Vorstand Lars Soutschka: "Wir haben an drei Tagen ein großartiges Motorsport-Festival mit begeisterten Fans erlebt. Das zeigt: Motorsport in Deutschland ist 'in'."
2020 war der Grand Prix wegen der Corona-Pandemie abgesagt worden, im Vorjahr wurde hinter verschlossenen Türen ohne Publikum gefahren. Am Rennsonntag verfolgten diesmal 95.214 Fans, wie SchrötterVierter wurde. Am Freitag kamen zum Training 50.786, am Samstag zum Qualifying 86.202 Zuschauer.
Bei den vergangenen zehn Auflagen beim Kultevent wurde die 200.000er-Marke siebenmal geknackt. Nur 2012 (195.695), 2017 (164.801) und 2018 (193.355) gelang dies nicht.
Die Zuschauerentwicklung im Überblick:
2022: 232.202 (Freitag: 50.786, Samstag: 86.202, Sonntag: 95.214)
2021: keine Zuschauer erlaubt
2020: Grand Prix abgesagt
2019: 201.162
2018: 193.355
2017: 164.801
2016: 212.411
2015: 211.588
2014: 209.408
2013: 204.491
2012: 195.695
2011: 230.133
2010: 224.668
