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Sebastian Rode, Eintracht Frankfurts blutiger Held

Der geschundene Prinz von Europa

Sinnbild der Mentalität von Eintracht Frankfurt: Sebastian Rode
Sinnbild der Mentalität von Eintracht Frankfurt: Sebastian Rode
Foto: © IMAGO/www.imagephotoagency.it
19. Mai 2022, 13:43

Eintracht Frankfurt hat den Pott! Nach einem leidenschaftlichen Kampf gegen die Glasgow Rangers feiern die Hessen den größten Triumph der Klubgeschichte seit 42 Jahren. Zum Symbol der aufopferungsvollen Reise durch Europa wird in Sevilla wieder einmal Kapitän Sebastian Rode.

Sebastian Rode war schwer gezeichnet. Auf seiner Stirn, ein kleiner roter Stern. Auch Minuten nach dem Triumph in der Europa League, dem größten Erfolg von Eintracht Frankfurt seit 42 Jahren, war die blutige Erinnerung an dieses Finale noch nicht verschwunden.

Bereits nach fünf Minuten war der Kapitän zu Boden gegangen, er von Gegenspieler John Lundstrom unglücklich mit dem Stollenschuh getroffen worden. Rode lag minutenlang blutüberströmt auf dem Rasen, aber er rappelte sich auf. Als Gladiator mit blau-weißem Turban kehrte er zurück, führte seine Mannschaft an, solange es die Kräfte seines seit Jahren geschundenen Körpers hergeben.

90 Minuten hatte er seinem Verein in diesem dramatischen, spannenden, nicht immer spektakulären Finale gegen die Glasgow Rangers (6:5 nach Elfmeterschießen) geben können. Es waren 90 Minuten voller Leidenschaft, voller Einsatz, voller Opferbereitschaft.

Fast wie einst Bastian Schweinsteiger, der im WM-Finale 2014 von Argentinien körperlich zermürbt worden war, aber niemals aufgeben wollte. Rode musste nicht ganz so harte Attacken gegen sich und seinen Körper ertragen, wie der deutsche Anführer in Rio de Janeiro.

Rode opferte sich auf andere Weise. Er rannte durch diesen Glutofen von Sevilla, als gäb's kein Morgen mehr. Er rannte, er stopfte Löcher, trieb an – und ging in die Tiefe. Er tat alles, was seine Mannschaft brauchte. Wie er es seit dem Wunder von Barcelona, diesem magischen 3:2 im Camp Nou, getan hatte. Es war eine Heldenreise.


Mehr dazu: Noten und Einzelkritik zum Eintracht-Wunder


Dieses Mal war es eine erfolgreiche. Anders als noch vor drei Jahren. Da waren die Frankfurter am Ende einer bemerkenswerten Geschichte am FC Chelsea gescheitert. Damals wollte die Mannschaft von Coach Adi Hütter ein "kleines Wunder" an der Stamford Bridge schaffen.

Es gelang nicht. Statt Wunder gab es Drama. Was für ein Drama. So viel Drama-Drama, dass das Drama die Begriffe "Sensation", "Wunder" und "Wahnsinn" zum Gelegenheitsvokabular verkommen ließ. Geschichte. Auch eine von Rode, der musste nach 70 Minuten runter. Er hatte sich verletzt. Im Elfmeterschießen war er Zuschauer. Wie an diesem Mittwochabend. Doch dieses Mal liefert sein Team – und Rode feierte.

In Dortmund nur verletzt

Es ist die Krönung einer wechselhaften Karriere, die so viele Tiefs erlebt hatte und so viele Hochs hätte erleben sollen. Aus der Jugend des Erzrivalen Kickers Offenbach nach Frankfurt gewechselt und erholt von einem Knorpelschaden in seiner ersten Saison, spielte sich der damals 23-Jährige in den folgenden drei Jahren in den Fokus des FC Bayern – ein Wechsel, der sich sportlich nicht ausging.

Ein Wechsel, der womöglich einfach zu früh kam. Zwei Jahre hielt er es beim Rekordmeister aus, ehe er zu Borussia Dortmund ging. Eine Zeit voller Leiden, voller Verletzungen. Rodes Zeit als Profi, das ist auch ein medizinisches Bulletin für mehrere Profikarrieren.

In zweieinhalb schwarzgelben Jahren verpasste er über 500 Arbeitstage wegen diverser Blessuren – ein Wahnsinn, den sonst nur Spieler wie Marco Reus oder die Bender-Zwillinge Sven und Lars in ihren Vitas stehen haben. Aber Rode, der Kämpfer, der gab nie auf. Verletzungsschocks und Formschwäche brachten ihn nie vom Weg ab – und der führte ihn zur kleinen Krone des europäischen Fußballs.

Als Anker im Mittelfeld hielt er die Mannschaft zusammen, auch nach dem Rückstand durch Joe Aribo in der 57. Minute. Vorausgegangen war eine Fehlerkette der Eintracht. Der zuletzt überragende Dijbril Sow verlängerte den Ball unglücklich per Kopf in Richtung eigenes Tor, wo Kollege Tuta eigentlich gut zum Ball steht, aber im Rückwartsgehen unglücklich wegrutscht – der Weg zum 0:1 war frei.

Wenn die Eintracht geschockt war, dann nur kurz. Zwölf Minuten später stelle Rafael Borré, der ewige Einzelkämpfer in der Spitze auf 1:1, der unermüdliche Filip Kostic hatte vorbereitet. Auch diese beiden Spieler erzählen ihre Frankfurter Heldengeschichte.

Kostic, als Streikprofi, der sich dann doch zusammengerissen hatte und eine unglaubliche Saison spielte. Und Borré, der oft unter dem Radar agiert, aber ein gnadenlos guter Pressingspieler ist und in den vergangenen Wochen mit seinen zauberhaften Toren auch zum Unterschiedsmann geworden war. Gegen die Rangers besorgte er nicht nur den Ausgleich, sondern auch den Triumph, sein Elfmeter war der Schuss ins Glück.

Vom hessischen Landespokal zum Europapokal

Ins größte Glück der Vereinsgeschichte seit 42 Jahren. Damals hatte die Legenden-Elf der SGE mit Charly Körbel, Bernd Hölzenbein und Cha-Bum-kun den UEFA-Cup gewonnen, in zwei Duellen gegen Borussia Mönchengladbach um den jungen Lothar Matthäus und Chefcoach Jupp Heynckes. Nun der zweite internationale Titel.

Einer nicht nur für die Euphorie, die Emotion, das gute Gefühl, sondern auch fürs Konto. Durch den Triumph zieht Frankfurt trotz einer eher schwachen Bundesliga-Saison in die Champions League ein. Das dürfte mindestens mal 30 Millionen Euro mehr einbringen. Gute Argumente für wechselwillige Spieler und potenzielle Neuzugänge.

Aber kein Thema für diesen Abend. Um 0.12 Uhr, nach 120 dramatischen Minuten und zehn Schüssen aus elf Metern stemmte Rode den schwersten Pott im internationalen Fußball in die Höhe.

Ein gigantischer Triumph, ein gigantisches Pflaster auf die Wunden seines Körpers. Nach zwei Meisterschaften (FC Bayern), zwei Pokalsiegen (BVB und FC Bayern) und zwei Erfolgen im hessischen Landespokal (Kickers Offenbach) ist er nun der Prinz (weil König wegen Königsklasse geht ja nicht) von Europa.

Tobias Nordmann

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