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Titel-Traum der Sachsen lebt

Nkunku ballert RB Leipzig ins Europa-League-Halbfinale

Christopher Nkunku schoss RB Leipzig zum Sieg
Christopher Nkunku schoss RB Leipzig zum Sieg
Foto: © IMAGO/Francesco Scaccianoce / ipa-agen
14. April 2022, 20:42

RB Leipzig ist zum zweiten Mal in der noch jungen Klubgeschichte in ein Europacup-Halbfinale gestürmt. Das Team von Trainer Domenico Tedesco gewann das Viertelfinal-Rückspiel der Europa League bei Atalanta Bergamo mit 2:0.

Domenico Tedesco brauchte einen Moment, ehe er seinen Emotionen freien Lauf ließ. Nach einem kontrollierten Lächeln und einem respektvollen Handschlag mit Trainerkollege Gian Piero Gasperini ging der Coach von RB Leipzig auf seine Spieler zu und herzte sie innig. Der Titeltraum lebt: Dank Doppel-Torschütze Christopher Nkunku ist RB zum zweiten Mal in seiner noch jungen Klubgeschichte in ein Europacup-Halbfinale gestürmt.

Das Tedesco-Team gewann das Viertelfinal-Rückspiel der Europa League bei Atalanta Bergamo mit 2:0 (1:0) und zog damit in die Runde der besten Vier ein. Das Hinspiel vor einer Woche in Leipzig war 1:1 ausgegangen.

"Der Schlüssel waren unsere Umschaltmomente nach Ballgewinnen", sagte Tedesco. Auch Kapitän Peter Gulacsi schwärmte: "Wir haben die Räume geschlossen und gut nach vorne verteidigt.

Nkunku (18.) sorgte mit seinem Führungstreffer nach einem perfekt vorgetragenen Konter für großen Jubel bei den seit nunmehr 13 Pflichtspielen in Folge ungeschlagenen Leipzigern. Den Foulelfmeter (87.) kurz vor dem Ende holte er selber heraus.

Tedesco über VAR-Eingriff: "Wahnsinn"

In der zweiten Halbzeit hatte RB zunächst viel Glück, als Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz (Spanien) nach einem Handspiel von Dani Olmo und einer minutenlanger Videoansicht nicht auf Strafstoß entschied (50.). "Da habe ich gleich gesehen, dass es keiner ist", meinte Tedesco: "Wahnsinn, dass er rausgeht und sich das anguckt."

Im Halbfinale treffen die Sachsen auf die Glasgow Rangers. Die Verteidiger Willi Orban und Mohamed Simakan sind im Hinspiel allerdings gesperrt. Vor zwei Jahren hatte RB in der Champions League die Vorschlussrunde erreicht.

Leipzig trat vor 19.500 Zuschauern im Gewiss Stadion nahezu mit derselben Startelf an, die im Hinspiel einige Schwächen offenbart hatte. Einzig Simakan ersetze Lukas Klostermann in der Dreierabwehrkette. Tedesco hatte im Vorfeld gefordert, den Kampf gegen die "Maschinen", wie er die körperlich robusten und fast über den ganzen Platz Manndeckung spielenden Italiener bezeichnete, anzunehmen: "Wir müssen uns verbessern, sonst wird es schwierig."

RB wacht erst nach 15 Minuten auf

Den besseren Start erwischten jedoch die Hausherren. Nach etwa einer Viertelstunde wachte auch RB auf - und belohnte sich mit dem Führungstreffer. Nach einer starken Vorarbeit von Konrad Laimer über rechts vollendete Nkunku.

Dieser Treffer zeigte Wirkung. Die Italiener, bei denen Luis Muriel, der im Hinspiel als Torschütze und ständiger Unruheherd überragt hatte, zunächst nur auf der Bank saß, traten nicht mehr ganz so entschlossen auf. RB stand defensiv sicherer und konnte sich vom Druck besser befreien. Bei besten äußeren Bedingungen mit Temperaturen um die 20 Grad und einem perfekt gepflegten Rasen fühlte sich Leipzig mit zunehmender Spieldauer immer wohler.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte der Tabellenachte der italienischen Serie A nochmals den Druck, das Spiel wurde deutlich hektischer. Die Leipziger standen aber weitestgehend geordnet und setzten immer wieder auch zu Kontern an und waren dabei gefährlich.

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