Unlängst beendete mit Karolin Horchler die zweite deutsche Top-Biathletin binnen weniger Tage ihre Karriere. Kurz zuvor hatte Maren Hammerschmidt schon ihren Abschied aus dem Wettkampf-Zirkus angekündigt. Nun hat Horchler ihre Entscheidung begründet.
Mit 32 Jahren hatte Karolin Horchler genug: Nach kräftezehrenden Jahren im Weltcup erklärte die Biathletin ihre professionelle Laufbahn vor wenigen Tagen für beendet.
Horchler geht mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Ich habe mein ganzes Herz und meine Leidenschaft reingesteckt. Nur deshalb habe ich letztlich so lange durchgehalten", zitiert das "Traunsteiner Tagblatt" die gebürtige Nordhessin.
Biathlon sei "24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche" ihr Leben gewesen, so Horchler: "Alles dreht sich darum, da gehört ganz viel dazu. Der Leistungssport hat nicht umsonst auch ein begrenztes zeitliches Fenster." Doch sie habe "bis zum Schluss 100 Prozent gegeben".
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Horchler, deren ältere Schwester Nadine auch einst im Weltcup lief, hatte bei der WM 2020 in Antholz mit der Staffel des Deutschen Skiverbandes zusammen mit Vanessa Hinz, Denise Herrmann und Franziska Preuß Silber gewonnen.
Im Weltcup schaffte sie es nicht auf ein Einzelpodest, im zweitklassigen IBU-Cup holte sie in der Saison 2017/18 den Gesamtsieg und sicherte sich zudem je einmal die Disziplinwertung im Einzel und im Sprint.
Biathlon: Horchler fehlte der "Wettkampfrhythmus"
Horchler gestand, dass es "eine schwierige Entscheidung" gewesen sei und es "etwas gedauert" habe, bis sie sich ihrer Sache "sicher war". Speziell die Heim-WM 2023 in Oberhof sei "noch ein reizvolles Ziel gewesen".
Im vergangenen Dezember habe sie jedoch realisiert, dass ihr der "Wettkampfrhythmus einfach fehlt", so Horchler: "Ich war auch mit dem Ablauf noch etwas überfordert, und daher lief es auch von den Ergebnissen her nicht so gut."

