Sie hat's wieder getan: Marie-Philip Poulin Kanadas schießt Kanadas Eishockey-Frauen erneut zu Olympia-Gold. Im vierten Finale in Folge trifft sie - Rekord.
Marie-Philip Poulin trommelte gegen die Strafbanktür, donnerte ihren Schläger gegen das Plexiglas. Die letzte Minute in ihrem vierten Olympia-Finale lief, und Kanadas Eishockey-Kapitänin durfte nicht eingreifen. Ein Tor kassierten ihre Teamkolleginnen Sekunden vor Schluss noch, dann aber war der erneute Triumph perfekt - weil die Rekordtorschützin wieder geliefert hatte.
"Es fühlt sich großartig an. Es ist eine Erlösung", sagte die 30-Jährige nach dem 3:2 (2:0, 1:1, 0:1)-Sieg gegen den ewigen Rivalen USA. Mit ihrem dritten Gold um den Hals und der Ahornflagge über den Schultern feierte Poulin noch lange nach der Siegerehrung auf dem Eis ihre historische Leistung, die bei Frauen und Männern unerreicht ist.
"Captain Clutch" liefert bei Olympia ab
"Captain Clutch" nennen sie ihre Mitspielerinnen, weil Poulin immer dann zur Stelle ist, wenn es am wichtigsten ist. Sieben Tore in vier olympischen Endspielen, drei davon Siegtreffer, von 2010 bis 2022 in jedem Finale getroffen: Von solch einer Serie kann selbst Superstar Sidney Crosby, mit dem sie immer wieder verglichen wird, nur träumen.
Auch in Peking war auf Poulin Verlass. Ihr Doppelpack im Finale schraubte Kanadas Vorsprung von 1:0 auf 3:0, nach der Aufholjagd der Amerikanerinnen gerade genug für den insgesamt fünften Triumph der Rekord-Olympiasiegerinnen - und eine erfolgreiche Revanche für das 2:3 vor vier Jahren in Pyeongchang, als ihr Tor nicht zum Sieg gereicht hatte.
Schon 2010 in Vancouver hatte Poulin beide Tore zum 2:0-Finalsieg gegen die USA geschossen. Vier Jahre später in Sotschi rettete sie Kanada 55 Sekunden vor Schluss in die Verlängerung, die sie dann selbst entschied. Nur 2018 in Pyeongchang reichte ihr Treffer zum 2:1 nicht, weil die Amerikanerinnen das Spiel noch drehten. Auch beim WM-Triumph 2021 erzielte sie das Siegtor.
Die Ansage von Kevin Dineen, Trainer bei Olympia 2014, ist längst ein geflügeltes Wort geworden: "Bringt den Puck zu Pou." Es war auch in Peking das Erfolgsrezept - mit "Winning Pou".





