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Borussia Dortmund kämpft gegen Defensivprobleme an

Deshalb würde Zakaria dem BVB (nicht) weiterhelfen

Gladbach-Profi Denis Zakaria (r.) wird mit dem BVB in Verbindung gebracht
Gladbach-Profi Denis Zakaria (r.) wird mit dem BVB in Verbindung gebracht
Foto: © Revierfoto via www.imago-images.de
06. Januar 2022, 20:30
sport.de
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Borussia Dortmund führt einmal mehr den Rest der Bundesliga an. Nach einer durchwachsenen Hinrunde liegt der BVB mit neun Punkten Rückstand auf Platz zwei und man wird den Eindruck nicht los: Eigentlich war mehr drin. Doch die altbekannten Defensivschwächen werden einfach nicht abgestellt. Als mögliche Verstärkung wird dieser Tage Denis Zakaria gehandelt. Doch könnte der wechselwillige Gladbach-Profi dem Revierklub überhaupt weiterhelfen? 

Was haben Union Berlin, Mainz 05 oder Arminia Bielefeld dem Borussia Dortmund voraus? Sie alle kassierten weniger Gegentore als der alljährliche Meisterschaftskandidat (26). Wie viele das auch im BVB-Kosmos sind, zeigt folgender Vergleich: Nach der Hinrunde mussten die Schwarz-Gelben zuletzt unter Jürgen Klopp in der "Ausrutscher-Saison" 2014/15 derart viele Gegentreffer hinnehmen (ebenfalls 26). Lediglich zweimal stand die Null in den 17 Partien der ersten Halbserie. 

Für Borussia Dortmund ist es ein leidiges Thema, das immer wieder als großes Manko auf den Tisch kommt. Lösen kann es bis dato aber auch nicht der im Sommer verpflichtete Marco Rose. Weiterhin fallen zu viele Gegentore nach langen Bällen des Gegners. Und nach Standardsituationen: In der Vorsaison resultierten 18 von 46 Gegentreffern aus ruhenden Bällen, in der laufenden Spielzeit sind es deren neun.   

Könnte Zakaria dem BVB weiterhelfen?

Für Abhilfe könnte Denis Zakaria sorgen. Der Schweizer wird Borussia Mönchengladbach spätestens im Sommer verlassen. In der Winterpause könnten die Fohlen letztmals eine Ablösesumme für den 25-Jährigen generieren. Der BVB gilt seit Wochen als heißer Kandidat auf einen Transfer Zakarias.

Laut "Bild" wird es im Januar aber keinen Vorstoß geben, in Westfalen plane man schlicht keine Winterzugänge. Dennoch dürften die Gerüchte über eine Verpflichtung des Schweizer Nationalspielers in den kommenden Wochen nicht abreißen.

Die Frage ist: Könnte Zakaria die Probleme im Dortmunder Rückwärtsgang überhaupt lösen? Und: Wäre er besser als Wechselkandidat Axel Witsel, dessen Vertrag ebenfalls im Sommer endet? Rein statistisch gesehen nur in Ansätzen. Denn der inzwischen 32-jährige Belgier kann bessere Zweikampfwerte vorweisen - er gewinnt für seine Position starke 59 Prozent der Duelle - Zakaria kommt hingegen auf 50 Prozent.

Auch in puncto Ballsicherheit spricht die Statistik für Witsel, der 94 Prozent seiner Pässe an den Mann bringt (Zakaria 90 Prozent). Mit seiner Routine und dem Stellungsspiel macht Witsel wett, was ihm an Schnelligkeit abgeht. Zakaria hingegen würde gut ins Umschaltspiel der Dortmunder passen, verzeichnet er doch ligaweit die meisten Ballgewinne (124, zusammen mit Bochums Losilla).

Internationales Format hat der Schweizer aber zu selten nachgewiesen. Das zeigt auch sein Marktwert: Im Winter 2019 hatte Zakaria mit 45 Millionen Euro seinen höchsten Wert, aktuell sind es nur noch 27 Millionen. Und das liegt sicher nicht nur an der Corona-Situation ...

Der zweite Anzug sitzt beim BVB nicht

Ob Zakaria nach Dortmund wechselt oder nicht, die Baustelle Defensive beginnt durchaus weiter hinten. Die Torwart-Frage scheint mit Gregor Kobel gelöst, Abwehrchef Mats Hummels hingegen agierte gleich mehrfach unglücklich. Ob die Innenverteidigung den hohen Ansprüchen zukünftig genügt, muss genauso auf den Prüfstand gestellt werden wie die Außenverteidigung.

Thomas Meunier, im Sommer 2020 ablösefrei von Paris Saint-Germain verpflichtet, ist nicht der erhoffte Nachfolger von Lukasz Piszczek. Er kommt eher mangels Alternativen regelmäßig zum Einsatz. Auf links hatte Marco Rose mit dem Muskelfaserriss von Raphael Guerreiro Pech, aber auch auf dieser Position genügt Stellvertreter Nico Schulz nicht den Ansprüchen.

Ja, Rose und der BVB hatten mit einigen langwierigen Verletzungen zu kämpfen. Der zweite Anzug sitzt jedoch in den entscheidenden Momenten nicht. Die Kaderplanung darf an dieser Stelle durchaus hinterfragt werden.

In der zweiten Saisonhälfte geht es für den BVB vor allem um das maximal Mögliche in den Wettbewerben, in denen der FC Bayern nicht (mehr) dabei ist - die mögliche Titelverteidigung im DFB-Pokal und das Weiterkommen in der Europa League.

Und in der Bundesliga heißt das Ziel wohl wieder einmal Vizemeisterschaft. Der Auftakt bei Eintracht Frankfurt ist schwer genug, jedoch hat der BVB traditionell kaum Probleme beim ersten Spiel nach der Winterpause. Seit 2003/04 (und einem 0:1 gegen Schalke 04) ist Borussia Dortmund zum Jahresauftakt in der Bundesliga unbesiegt.

Lars Wiedemann

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