Beim SV Werder Bremen will einfach keine Ruhe einkehren. Nach dem Skandal um Ex-Trainer Markus Anfang und dem späten Remis gegen den FC Schalke 04 folgte am Samstag ein 1:2 (0:1) bei Holstein Kiel. Interimscoach Christian Brand steht nun neuem Ärger gegenüber. Denn: Bremen-Führungsspieler Niclas Füllkrug übte öffentliche Kritik an der taktischen Ausrichtung.
"Diese Woche haben wir schon viel verändert, und das hat man uns auch angemerkt", sagte der Werder-Angreifer bei "Sky" sichtlich genervt. Mit seinem sehenswerten Treffer aus rund 30 Metern hatte er noch den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt, ansonsten lief bei Werder nicht viel zusammen.
Kiel verdiente sich den Heimsieg durch die Treffer von Joshua Mees (45.) und Benedikt Pichler (65.) und kam so in der Tabelle auf drei Punkte an den Nordrivalen heran.
Füllkrug monierte: "Wir haben das erste Mal mit zwei Sechsern gespielt. Davon hatten wir immer mit einem System gespielt und jetzt haben wir neue Aufgaben." Werder hatte gegen Schalke (1:1) unter dem inzwischen an COVID-19 erkrankten eigentlichen Interimscoach Danijel Zenkovic noch im altbewährten 3-5-2 agiert, gegen Kiel stellte dessen Vertreter Christian Brand auf ein 4-4-2 mit Doppel-Sechs um.
Brand verteidigt sich, Baumann hält sich zurück
Damit stellte er die Profis offenbar vor Probleme, wie Füllkrug offenbarte: "Es war eine total schwierige Situation, fast noch schwieriger als in der vergangenen Woche", so der 28-Jährige, "denn vor dem Schalke-Spiel haben wir es noch einfach gehalten."
Brand ließ die Kritik seines Angreifers allerdings an sich abprallen und erklärte nach Spielschluss: "Das Problem war nicht die Grundordnung, sondern dass wir die Bälle verloren haben. Eine Dreierkette hätte keinen Sinn gemacht." Das neue System sei für die Spieler völlig okay" gewesen, man habe das "in der Woche so trainiert und auch mit dem Mannschaftsrat" besprochen.
Klar ist: Die öffentlich geäußerte Kritik des Werder-Profis dürfte den Verantwortlichen überhaupt nicht gefallen haben. Manager Frank Baumann wollte die Aussagen kurz nach der Partie "nicht kommentieren". Allerdings sei die Umstellung "kein Riesenunterschied zu dem, was wir lange gespielt haben".
Sein Fokus gilt aber ohnehin der Neu-Besetzung des Cheftrainer-Postens. Der ehemalige Kieler Ole Werner gilt als klarer Favorit.



























