Zu den Favoritinnen zählen sich Angelique Kerber und Co. beim Billie Jean King Cup nicht. Doch das deutsche Team will ab Montag für eine Überraschung sorgen.
Um die Dimensionen dieser Höchstschwierigkeit in Prag zu verdeutlichen, musste Andrea Petkovic einen Vergleich aus dem Fußball bemühen.
"Bei uns in Deutschland würde man sagen, sie sind der FC Bayern München der Tennisnationen", sagte die 34-Jährige vor dem knackigen Auftakt im Billie Jean King Cup gegen Tschechien am Montag (ab 17:00 Uhr). Und doch gehen die deutschen Tennis-Frauen mit viel Zuversicht an den Start.
Deutschlands Frauen gehören "sicherlich nicht" zu den Topfavoritinnen
"Wir sind in der schwersten Gruppe", sagte die dreimalige Grand-Slam-Siegerin Angelique Kerber: "Aber wir haben ein gutes Team und eine super Zeit bisher. Ich glaube, dass das am Ende vielleicht sogar der Schlüssel zum Erfolg sein wird." Die deutsche Nationalmannschaft gehöre in Prag "sicherlich nicht" zu den Topfavoritinnen, aber Kerber betonte: "Nichts ist unmöglich."
Die Aufgaben in der Kaiserstadt haben es in sich. Denn die "Hammergruppe" (Petkovic) hält nicht nur Gastgeber Tschechien parat, der in Barbora Krejcikova (WTA-4.) eine amtierende Grand-Slam-Siegerin im Einzel und im Doppel besitzt.
Vier der letzten sechs Ausgaben des Fed Cup, der nun als reformierter Team-Wettbewerb unter neuem Namen Premiere feiert, gewannen die Tschechinnen. Und auch am Dienstag (17:00 Uhr) wird die Aufgabe gegen die Schweiz um Olympiasiegerin Belinda Bencic nicht einfacher.
"Ich glaube, dass es wahnsinnig schwierig wird. Aber ich habe großes Vertrauen in unser Team", sagte Petkovic. Da nur der Erste aus jeder Dreiergruppe ins Halbfinale einzieht, ist ein guter Start immens wichtig.
Doch die Deutschen gehen das Turnier "ohne Druck" an, wie Teamkapitän Rainer Schüttler versicherte: "Wir haben gut trainiert, haben ein gutes Team und eine gute Stimmung. Ich bin mir sicher, dass wir gefährlich sind."
Nachwuchshoffnungen komplettieren das deutsche Aufgebot
Schüttler betrachtet sein Aufgebot als "gute Mischung aus erfahrenen Profis und jungen Talenten". Zu den arrivierten Petkovic und Kerber, die zum 18. bzw. 16. Mal für das deutsche Team spielen, gesellen sich die Nachwuchshoffnungen Jule Niemeier (22) und Nastasja Schunk (18). Dazu kommt in Anna-Lena Friedsam (27) eine erprobte Doppelspielerin.
Besonderen Ansporn gibt zudem eine alte Rechnung, die die beiden Erfahrenen mit den Tschechinnen am Montag zu begleichen haben. 2014 hatten Kerber und Petkovic die deutsche Mannschaft ins Fed-Cup-Finale geführt - doch in der Prager o2-Arena war Tschechien eine Nummer zu groß.
"Ich kann mich an die Woche noch sehr gut erinnern. Das war schon ein Highlight für mich", erzählte Kerber: "Vielleicht haben wir dieses Jahr die Chance, die Revanche zu nutzen. Und dann gucken wir mal, wie weit dann die Reise für uns geht."

