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Dárdai-Debatte heizt Krisenstimmung bei Hertha an

Der Druck auf Pál Dárdai wächst
Der Druck auf Pál Dárdai wächst
Foto: © O.Behrendt via www.imago-images.de
03. Oktober 2021, 12:15

Hertha BSC ist zurück in der Krise, die Fragen nach Trainer Pál Dárdai reißen nicht ab. Die Länderspielpause wird in Berlin ungemütlich.

Die Pfiffe der wütenden Zuschauer hagelten gnadenlos auf Trainer Pál Dárdai und die Profis von Hertha BSC ein, der Coach stand erneut öffentlich infrage - doch Sportchef Fredi Bobic war um Rückendeckung bemüht. Die Leistung bei der 1:2 (0:1)-Heimniederlage gegen den SC Freiburg sei "absolut in Ordnung" gewesen, und Dárdais Job stehe folglich nicht zur Disposition.

Dárdai selbst ließ nach der fünften Pleite im siebten Ligaspiel mehr Raum für Interpretationen. "Pál Dárdai hat immer einen Einjahresvertrag, Pál Dárdai erfüllt diesen Vertrag", sagte er bei "Sky": "Wenn dieser Mann stört, dann muss man das sagen. Das ist eine Win-Win-Situation, denn dann müssen sie mich nicht noch weiterbezahlen. Ich bin hier keine Last und arbeite immer leidenschaftlich."

Diese Worten klangen so ähnlich wie nach der herben 0:5-Klatsche bei Bayern München, nach der Dárdai erklärt hatte, er hänge nicht an seinem Posten. Dafür wurde er von Bobic anschließend zur Ordnung gerufen. Danach folgten zwei Siege gegen die Aufsteiger VfL Bochum und SpVgg Greuther Fürth, eine 0:6-Schmach bei RB Leipzig und eben das Freiburg-Spiel, an dessen Ende Hertha wieder voll im Krisen-Modus angekommen war.

Während der TV-Experte Lothar Matthäus bei "Sky" Edin Terzic, aktuell Technischer Direktor bei Borussia Dortmund, als Dárdai-Nachfolger ins Spiel brachte, versuchte Bobic die Aufmerksamkeit weg vom Coach zu lenken. Hertha müsse nun "schnell wieder aufstehen", denn: "Es wird nicht einfacher, aber es ist nicht so, dass wir jetzt in eine Panik verfallen." Doch jeder in der Hauptstadt weiß, dass sechs Punkte zu diesem Zeitpunkt inakzeptabel sind.

Auch gegen Freiburg war Hertha offensiv viel zu harmlos, lediglich um den Ausgleichstreffer von Krzysztof Piatek (70.) herum entwickelten die Berliner einige Minuten mehr Torgefahr. Der eingewechselte Jurgen Ekkelenkamp (74.) hätte gar für die Führung sorgen können, traf aber nur die Latte. Darauf verwies auch Dárdai in seiner Analyse.

"Ich habe mich nicht vercoacht"

"In der zweiten Halbzeit war die Möglichkeit da, dass man das Spiel kippen kann", sagte er: "Wären die Standardgegentore nicht gewesen, würde man gerade Glückwunsch sagen, wie clever das war." Zweimal standen Dárdais Spieler bei Ecken zu weit entfernt von den Torschützen Philipp Lienhardt (17.) und Nils Petersen (78.).

Ansonsten wirkte Dárdai aber nicht unzufrieden, er habe ein "vernünftiges" Spiel gesehen. Schließlich sei es der Plan gewesen, im ersten Durchgang nicht zu öffnen und den ebenfalls nicht übermäßig offensivstarken Gegner kommen zu lassen. "Heute haben wir nicht taktisch verloren, ich habe mich auch nicht vercoacht", sagte Dárdai: "Das waren zwei Standardsituationen, ich kann nicht mitspielen und den Ball wegköpfen."

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