Suche Heute Live
Bundesliga
Artikel teilen

Bundesliga
Fußball
(M)

Alarmstufe Rot in der Hauptstadt

Warum Fredi Bobic am Hertha-Fehlstart eine Mitschuld trägt

Fredi Bobic lag mit einigen Transferentscheidungen bei Hertha BSC daneben
Fredi Bobic lag mit einigen Transferentscheidungen bei Hertha BSC daneben
Foto: © Sportfoto Zink / Wolfgang Zink via www.imago-image
30. September 2021, 12:03
sport.de
sport.de

Die ganz großen Transfers hat Hertha BSC in der vergangenen Sommerpause nicht getätigt. Immerhin 26 Millionen Euro wurden von den Berliner Verantwortlichen um den neuen Sport-Geschäftsführer Fredi Bobic dennoch in frische Kräfte investiert. Nach sechs Spieltagen fällt die Zwischenbilanz der Zugänge allerdings äußerst durchwachsen aus.

Als am vergangenen Samstag in Leipzig der Schlusspfiff ertönte, musste sich Fredi Bobic erst einmal sammeln. Die von ihm mitgestaltete Hertha-Mannschaft hatte soeben mit 0:6 (0:3) bei Vizemeister RB verloren und dabei jedwede Bundesliga-Qualitäten vermissen lassen.

Noch bitterer machte die jüngste Demütigung, dass sie bereits die zweite in der noch jungen Bundesliga-Saison 2021/2022 war. Schon am 3. Spieltag hatte die Alte Dame beim FC Bayern kein Land gesehen, damals verloren die Schützlinge von Coach Pál Dárdai "nur" 0:5 (0:2).

Fakt ist: Der zarte Aufwärtstrend der Hertha nach zwei Dreiern gegen die Aufsteiger VfL Bochum und Greuther Fürth ist wieder dahin, die Alarmstufe wieder von Gelb auf Rot gesprungen.

Im Umfeld wächst die Kritik, neben dem extrem angeschlagen wirkenden Dárdai gerät auch Bobic zunehmend ins Kreuzfeuer. Vom erhofften Spürnäschen des Ex-Profis, der sich bei Eintracht Frankfurt einen hervorragenden Ruf erarbeitet hat, ist bislang wenig zu sehen. Hat sich der Heilsbringer verpokert?

Wilder Transfer-Sommer in Berlin

Zur Wahrheit gehört, dass Bobic im Sommer keine freie Hand hatte. Der winkenden Millionen von Investor Lars Windhorst zum Trotz wurde ein sattes Transferplus angepeilt, schließlich war die Corona-Krise auch in der Hauptstadt zu spüren.

Letztlich reichten drei Verkäufe, um die Einnahmeseite zu regeln: Matheus Cunha (für 30 Millionen Euro zu Atlético Madrid), Jhon Córdoba (für ca. 20 Millionen Euro zu FK Krasnodar) und Luca Netz (für vier Millionen Euro zu Borussia Mönchengladbach) spülten zusammen rund 54 Millionen Euro in die Kassen. Hinzu kamen sieben (!) Leihen, die das Gehaltsbudget weiter entlasteten. So weit, so gut.

Knapp die Hälfte des Geldes durfte Bobic reinvestieren, um Hertha nach der Flop-Saison 2020/2021 wieder wettbewerbsfähig zu machen. Insgesamt acht Neue wurden bis zum Deadline Day dazugeholt - ihre Zwischenbilanz fällt jedoch durchwachsen aus.

Offensiv-Zugänge bisher Fremdkörper bei Hertha BSC

Während die Mittelfeldspieler Suat Serdar (kam für acht Millionen Euro vom FC Schalke) und Jurgen Ekkelenkamp (für drei Millionen Euro von Ajax Amsterdam geholt) durchaus vielversprechende Ansätze gezeigt haben, blieben die fünf neuen Mittel- und Außenstürmer weit hinter den Erwartungen zurück.

Sowohl Marco Richter als auch Ishak Belfodil wirken trotz massig Bundesliga-Erfahrung bisher wie Fremdkörper, auch der junge Franzose Myziane Maolida benötigt offenkundig noch Zeit. Bei Stevan Jovetic machten Wadenprobleme den guten Start kaputt.

Und dann wäre da ja noch der mit gewaltigem Tamtam heimgekehrte Ur-Herthaner Kevin-Prince Boateng, der so gar nicht in Dárdais System passen will. Für einen Spielmacher-Halbstürmer-Hybrid hat der Ungar offenbar keinen Platz. Hätte Bobic dieses Problem vorhersehen können?

Bobic rechtfertigt Verkäufe: "Wie weit haben diese Spieler Hertha gebracht?"

Gegen aufkeimende Kritik setzte sich Bobic im "kicker" jüngst zur Wehr. "Mein Auftrag ist es, Dinge zu verändern. Aber das braucht Zeit. Das war 2016 in Frankfurt nicht anders", stellte der 49-Jährige klar.

Man sei "gerade dabei, eine neue Entwicklung anzustoßen. Das geht nicht mit Fingerschnipsen, das braucht Zeit", betonte der ehemalige Nationalspieler. Zuvor hätten "Mentalität", "Leadership", "totale Hingabe und die Bereitschaft, ihre individuelle Qualität ins Team zu investieren" gefehlt, legte Bobic nach.


Mehr dazu: Bobic rechnet knallhart mit Ex-Hertha-Stars ab


Mit den Sommertransfers habe man versucht, "eine Mannschaft zu bauen, in der die Spieler gern unser Trikot tragen und Hertha als Chance begreifen".

Zuletzt musste sich Bobic den Vorwurf anhören, möglicherweise die falschen Spieler ver- und gekauft zu haben. Seine scharfe Replik: "Wie befriedigend waren die letzte Saison und die davor? Wie weit haben diese Spieler Hertha gebracht?"

Er habe bei seiner Ankunft eine Mannschaft vorgefunden, "in der etwas Grundlegendes nicht zu funktionieren" schien. Diesen Missstand wolle er nach und nach beseitigen.

Duell mit Freiburg wohl Dárdais Endspiel

Bobic weiß allerdings auch, dass die Ungeduld nicht nur bei den Fans wächst und wächst. Nur sechs Punkte aus sechs Spielen bei 18 (!) Gegentoren genügen den Ansprüchen in der Hauptstadt nicht.

Sollte auch im kommenden Heimspiel gegen den formstarken SC Freiburg (Samstag, 15:30 Uhr) nichts zu holen sein, dürften personelle Konsequenzen, sprich: die Entlassung von Pál Dárdai, kaum noch zu vermeiden sein.

Dabei kann der Trainer nur mit dem Personal arbeiten, dass ihm von seinen Chefs zur Verfügung gestellt wird. Und zurzeit darf durchaus hinterfragt werden, ob bei der Kaderzusammenstellung der richtige Mix gefunden wurde.

Heiko Lütkehus

16. Spieltag
  • Spielplan
  • Tabelle
Eintracht Frankfurt
Eintracht Frankfurt
E. Frankfurt
0
Borussia Dortmund
Borussia Dortmund
BVB
0
20:30
Fr, 09.01.
SC Freiburg
SC Freiburg
Freiburg
0
Hamburger SV
Hamburger SV
Hamburger SV
0
15:30
Sa, 10.01.
SV Werder Bremen
SV Werder Bremen
SV Werder
0
TSG Hoffenheim
TSG Hoffenheim
Hoffenheim
0
15:30
Sa, 10.01.
1. FC Union Berlin
1. FC Union Berlin
Union Berlin
0
1. FSV Mainz 05
1. FSV Mainz 05
Mainz 05
0
15:30
Sa, 10.01.
FC St. Pauli
FC St. Pauli
St. Pauli
0
RB Leipzig
RB Leipzig
RB Leipzig
0
15:30
Sa, 10.01.
1. FC Heidenheim 1846
1. FC Heidenheim 1846
Heidenheim
0
1. FC Köln
1. FC Köln
1. FC Köln
0
15:30
Sa, 10.01.
Bayer Leverkusen
Bayer Leverkusen
Leverkusen
0
VfB Stuttgart
VfB Stuttgart
Stuttgart
0
18:30
Sa, 10.01.
Bor. Mönchengladbach
Bor. Mönchengladbach
M'gladbach
0
FC Augsburg
FC Augsburg
Augsburg
0
15:30
So, 11.01.
FC Bayern München
FC Bayern München
FC Bayern
0
VfL Wolfsburg
VfL Wolfsburg
Wolfsburg
0
17:30
So, 11.01.
#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1FC Bayern MünchenFC Bayern MünchenFC Bayern15132055:114441
2Borussia DortmundBorussia DortmundBVB1595126:121432
3Bayer LeverkusenBayer LeverkusenLeverkusen1592433:201329
4RB LeipzigRB LeipzigRB Leipzig1592430:191129
5TSG HoffenheimTSG HoffenheimHoffenheim1583429:20927
6VfB StuttgartVfB StuttgartStuttgart1582525:22326
7Eintracht FrankfurtEintracht FrankfurtE. Frankfurt1574430:30025
81. FC Union Berlin1. FC Union BerlinUnion Berlin1563620:23-321
9SC FreiburgSC FreiburgFreiburg1555525:26-120
10SV Werder BremenSV Werder BremenSV Werder1545618:28-1017
111. FC Köln1. FC Köln1. FC Köln1544722:24-216
12Bor. MönchengladbachBor. MönchengladbachM'gladbach1544718:24-616
13Hamburger SVHamburger SVHamburger SV1544716:25-916
14VfL WolfsburgVfL WolfsburgWolfsburg1543823:28-515
15FC AugsburgFC AugsburgAugsburg1542917:28-1114
16FC St. PauliFC St. PauliSt. Pauli1533913:26-1312
171. FC Heidenheim 18461. FC Heidenheim 1846Heidenheim15321013:34-2111
181. FSV Mainz 051. FSV Mainz 05Mainz 051515913:26-138
  • Champions League
  • Europa League
  • Europa Conference League Quali.
  • Relegation
  • Abstieg
  • M = Meister der Vorsaison
  • N = Aufsteiger
  • P = Pokalsieger der Vorsaison
Ergebnisse & Tabelle

Newsticker

Alle News anzeigen

Torjäger 2025/2026

#Spieler11mTore
1FC Bayern MünchenHarry Kane619
2Eintracht FrankfurtJonathan Burkardt18
FC Bayern MünchenLuis Díaz08
VfB StuttgartDeniz Undav08
5FC Bayern MünchenMichael Olise07
    * Wir arbeiten in diesem Beitrag mit Affiliate-Links. Wenn Sie über diese Links ein Produkt kaufen, erhalten wir vom Anbieter eine Provision. Für Sie entstehen dabei keine Mehrkosten. Wo und wann Sie ein Produkt kaufen, bleibt natürlich Ihnen überlassen.