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Aus der Armut in Athen auf den NBA-Thron

Die unglaubliche Geschichte des Giannis Antetokounmpo

Video: Giannis nach Titelgewinn überwältigt
21. Juli 2021, 15:13

Der faszinierende Aufstieg von NBA-Superstar Giannis Antetokounmpo hat seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Der Grieche, der als Kind einst Plunder auf den Straßen Athens verkaufte und später als dünner Teenie mit unaussprechlichem Namen aus der 2. griechischen Liga in die NBA kam, hat seine Milwaukee Bucks zu einem historischen Titel geführt. Wer soll diesen Mann noch stoppen?

Er musste erst einmal durchatmen. Als das Historische geschafft war, übermannten Giannis Antetokounmpo die Emotionen. Wie auf Autopilot ging er zu den Zuschauern in der ersten Reihe, herzte seine Mutter, kniete auf dem Parkett, nahm anschließend für einige Sekunden auf einem Zuschauerstuhl in der Arena Platz und beobachtete die wilde Feierei im Fiserv Forum um ihn herum. Als könne er es selbst nicht ganz glauben. Es erinnerte etwas an Dirk Nowitzki, der 2011 nach dem Titelgewinn mit den Dallas Mavericks umgehend in die Umkleide stürmte. Wie für Nowitzki einst gilt nun: Antetokounmpo ist angekommen. Ganz oben. Wer hätte das vor acht Jahren gedacht?

Flashback 2013: Der damalige NBA-Boss David Stern verkündet bei der NBA-Draft in New York, bei der die Teams die größten Talente aus dem College und aller Welt wählen dürfen, die Nummer 15: "Giannis Antetokoumpo", spricht er ins Mikrofon. Der 18-Jährige vom griechischen Club Filathlitikos Zografos schlendert mit schüchternem Lächeln auf die Bühne, bekommt eine Bucks-Käppi aufgesetzt.

Das kleine und eher unbedeutende Team aus dem Bundesstaat Wisconsin setzte seine Hoffnungen in ihn. Es war der Startschuss für eine unglaubliche NBA-Reise. Kaum jemand hatte den jungen Griechen damals auf dem Schirm. Die Scouts der NBA-Mannschaften hatten ihn erst relativ spät entdeckt. In Milwaukee schlossen sie ihn schnell ins Herz.

Willkommen, Mr. Greek Freak

Auch wenn viele, wohl die allermeisten Fans, im ersten Moment dachten: Giannis wer? Der lange und nicht nur für Amerikaner schwer aussprechliche Name wird schnell zu einer Art Running Gag und bringt ihm den ersten Spitznamen ein: "The Alphabet".

Doch "das Alphabet" musste dann rasch dem Namen "Greek Freak" weichen – aus Gründen. Der damals noch sehr schlaksige Spieler windete sich dank seiner Statur und Körperbeherrschung an Freund und Feind vorbei, spektakuläre Dunks und Blocks inklusive. Antetokounmpo bringt eine Athletik auf den Court, wie sie eben nur ein "Freak" besitzt.

Seine Entwicklung verlief ähnlich spektakulär wie seine Spielweise, die mitunter an den großen Magic Johnson erinnert. Schnell, wuchtig und unberechenbar. Mit 2,11 Metern Länge, seinen rund 110 Kilo Gewicht und einer krakenhaften Spannweite von 2,21 Metern kann er nahezu überall spielen, erzielt so auch viele Punkte in der Nähe des Korbes und ist inzwischen auch in der Defensive eine Macht.

Jahr für Jahr packte er Muskeln auf seinen schmalen Körper und Punkte, Rebounds und Blocks in die Statistikbücher. Antetokounmpo entwickelte sich zum Führungsspieler des Teams aus der Bierstadt. Schrittweise ging es nach oben. Die NBA applaudierte, Antetokounmpo wird 2017 zum Most Improved Player (Am meisten verbesserte Spieler), dann zweimal (2019 und 2020) zum MVP (Wertvollster Spieler) gewählt. Was noch fehlt ist der ganz große Titel, die Championship-Trophäe.

Und natürlich weckte er mit seiner herausragenden Spielweise Begehrlichkeiten. Teams klopften an, machten Avancen. Dass ein NBA-Superstar bei einem solch kleinen Team, Milwaukee hat ungefähr so viele Einwohner wie Stuttgart, länger spielt, ist eher die Ausnahme. Oft landen sie bei den Big Playern an der West- oder Ostküste.

Er macht es lieber wie Dirk oder Kobe

Doch Giannis tickt etwas anders. Er will es lieber wie Dirk Nowitzki oder Kobe Bryant machen und am liebsten seine ganze Karriere bei einem Club, bei seinem Club, verbringen. Er braucht nicht den Glanz von Hollywood, Lake Michigan reicht ihm auch. Hauptsache der Basketball und Erfolg stimmen.

Schon 2014 versprach er vollmundig: "Ich werde das Team und Milwaukee nicht verlassen, bis wir ein Team auf Meisterschafts-Niveau haben." Ein Tweet mit Weitsicht. Solche Ansagen hört man in der Sportliga, wo die Sprüche oft schneller sitzen als die Würfe, zwar öfter mal, nur die wenigsten halten sie dann auch.

Auch sein Konto durfte sich freuen, 2020 zog er eine Supermax-Verlängerung ans Land. Satte 228 Millionen Dollar, umgerechnet 187,5 Millionen Euro, bekam er für den Fünfjahresvertrag – eine Rekordsumme.

Und die Bucks bauten um Prunkstück Giannis eine schlagkräftige Mannschaft zusammen. Nachdem das Team mehrmals in den entscheidenden Playoff-Momenten versagte, funktionierte diesmal das Orchester um Star-Dirigent Antetokounmpo mit Co-Star Khris Middleton und dem wichtigen Zugang und Aufbauspieler Jrue Holiday.

"Ich habe mit Basketball angefangen, um meiner Familie zu helfen", sagte der sichtlich bewegte NBA-Star auf der Pressekonferenz, seine Trophäen links und rechts in der Hand. "Ich wollte sie aus den Problemen rausholen. Das war unsere Herausforderung, als wir Kinder waren. Ich dachte niemals, dass ich mit meinem Team mit 26 Jahren in den Finals stehen würde."

Seine Familie ist ihm wichtig. Antetokounmpo, der selbst einen kleinen Sohn (Liam Charles) hat, wuchs mit vier Brüdern in Athen auf. Seine Eltern waren Anfang der 90er-Jahre aus Nigeria nach Griechenland eingewandert. Drei der fünf Brüder haben nun den NBA-Titel gewonnen. Thanasis (29) und Giannis mit den Bucks, Kostas (23) bereits in der vergangenen Saison mit den Los Angeles Lakers. Bruder Alex (19) spielt in Spanien Basketball, der ältere Bruder Francis (32) wurde Fußballer.

Sein Monster-Block in Spiel 4

Antetokounmpo führte die Bucks nicht nur zum Titel, er drückte nahezu jedem der Spiele seinen Stempel auf und dominierte. Die Monster-Blocks in Spiel 1 und 4, die das Zeug haben so ikonisch zu werden, wie LeBron James' unfassbarer Finals-Block gegen Andre Iguodala (Golden State Warriors) im Jahr 2016 bewiesen, wie einzelne Aktionen das Spiel beeinflussten. Noch spektakulärer war sein Alley-Oop-Dunk zur Entscheidung in Spiel 5. Nun packte er im entscheidenden Spiel 6 noch eine 50-Punke-Gala obendrauf.

Umso imposanter ist das Ganze vor dem Hintergrund, dass Antetokounmpo sich vor drei Wochen in den Eastern-Conference-Finalspielen sein Knie heftig überdehnte und verletzt hatte. Er verpasste mehrere Spiele und drohte auch für die Finals auszufallen.

Stattdessen kam er zurück und legte eine Final-Performance hin, die als eine der besten in die Geschichtsbücher eingehen wird. 35,2 Punkte, 13,2 Rebounds, 5 Assists und 1,8 Blocks sammelte er in den sechs Finalpartien im Schnitt ein – das ist weltklasse.

Er war der erste Spieler mit 40 Punkten, 10 Rebounds und 5 Blocks in einem Playoff-Spiel seit Shaquille O'Neal 2001 und überhaupt erst der siebte Spieler mit mehr als 50 Zählern in einem Finals-Spiel. Willkommen im Club der ganz Großen.

Der entscheidende Dunk in Spiel 5

Mit seiner Geschichte will der 26-Jährige andere inspirieren. "Ich hoffe, ich kann den Menschen rund um den Globus Hoffnung schenken, dass man es schaffen kann. Meine Mutter hat Zeug in den Straßen verkauft und jetzt sitze ich hier ganz oben. Wenn ich hier nicht mehr sitzen werde, ist es okay für mich."

50 Jahre mussten die Bucks auf den großen Moment warten. 1971 führte auch ein junger Superstar das Team an: NBA-Legende Kareem Abdul-Jabbar, der später nach Los Angeles zu den Lakers wechselte und dort eine Ära prägte. Es sollte sein einziger Titel mit Milwaukee bleiben. Antetokounmpo, der mit 26 Jahren schon den NBA-Olymp beschritten hat, wird bis auf weiteres in "seiner Stadt" Milwaukee bleiben und muss sich erstmal um das Wohlbefinden seiner Trophäen kümmern.

"Sei nicht eifersüchtig", sagte er zum Finals-MVP-Pokal (den er selbstverständlich ebenfalls erhalten hatte), nachdem er kurz davor die Meistertrophäe geküsst hatte.

Noch hat er keine Twitter-Versprechung für weitere Titel rausgehauen. Doch gegen diesen Giannis Antetokounmpo sollte man nicht wetten.

Emmanuel Schneider

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Pacific Division
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Southwest Division
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