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So liefen die Suspendierungen wirklich

"Die Hölle": Bentaleb erhebt Vorwürfe - S04 schweigt

Nabil Bentaleb hat mit dem FC Schalke 04 abgerechnet
Nabil Bentaleb hat mit dem FC Schalke 04 abgerechnet
Foto: © Maik Hölter/TEAM2sportphoto/Pool
02. Juni 2021, 18:51
sport.de
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Fünf Jahre lang stand Nabil Bentaleb beim FC Schalke 04 unter Vertrag, genau so viele Male wurde der Mittelfeldspieler in dieser Zeit suspendiert. Nun läuft der Kontrakt des oftmals als "Problem-Profi" bezeichneten 26-Jährigen bei den Königsblauen aus. Zeit für Bentaleb also, mit den aus seiner Sicht falschen Vorwürfen aufzuräumen.

"Bevor ich nach Deutschland kam, hatte ich sicher nicht diesen Ruf. Das hat sich leider so entwickelt", beteuerte Bentaleb gegenüber "Sport 1".

"Ich war sofort das schwarze Schaf. Ich war der, der die Stimmung in der Kabine kaputtmacht. Ich war der, der angeblich alle runterzieht", rezitierte der Algerier einige der Schlagzeilen, die über ihn geschrieben wurden. "Aber wissen Sie eigentlich, wie ich in der abgelaufenen Saison nach meiner Suspendierung wieder zurück in die Mannschaft kam?", fragte der Mittelfeldspieler trotzig.

"Die Mannschaft ist auf den Sportvorstand zugegangen und wollte mich wieder im Team haben", betonte Bentaleb und fügte an: "Dafür bin ich den Jungs auf ewig dankbar."

Bentaleb fühlte sich bei Schalke wie "bestohlen"

Es sei nicht schön gewesen, zu unrecht suspendiert worden zu sein. "Es fühlt sich an, als würde man bestohlen. Bestohlen in seiner wertvollen Zeit als Profi-Fußballer", beschrieb der 26-Jährige seine Gefühlswelt. "Ich wurde in all den Jahren leider nicht fair behandelt."

Besonders unfair soll es laut Bentaleb ausgerechnet an seinem letzten Geburtstag gelaufen sein, am 24. November. Da "wurde ich ins Trainerbüro zitiert. Ich habe gedacht, dass ich ein Geschenk vom Verein bekomme", erinnerte er sich an den Tag, als anstatt eines Geschenks die Suspendierung auf ihn wartete.

"Ich bin aus allen Wolken gefallen und habe sofort gefragt warum. Ein paar Tage zuvor habe ich sogar noch einen Streit zwischen einem Spieler und dem Coach in der Kabine geschlichtet und den Spieler dazu gebracht runterzukommen", sagte Bentaleb.

"Ich werde nie vergessen, was Jochen Schneider zu mir gesagt hat: 'Ich weiß, dass wir dich nicht fair behandeln, Nabil. Aber du musst unsere Entscheidung akzeptieren.' Der Verein sei in einer schwierigen Lage. Ich war verwundert und habe nur gesagt: 'Danke, das ist aber ein nettes Geburtstagsgeschenk.' Das hat schon wehgetan."

Bentaleb: Ich wurde von Leuten im Verein attackiert

In den letzten zwei Jahren sei er von vielen Leuten im Verein attackiert worden. "Aber wenn ich so schlimm bin, wie ich immer dargestellt wurde, würden mich die Spieler doch nicht zurückhaben wollen", erläuterte Bentaleb weiter bei "Sport 1".

Auch an seine erste Suspendierung konnte sich der langjährige Schalker noch sehr gut erinnern. Er habe drei Monate lang bei seiner mit Zwillingen schwangeren Frau im Krankenhaus geschlafen, weil die Situation kompliziert war. 

"Am Tag der Geburt meiner Kinder, Gott sei Dank geht es ihnen und auch meiner Frau heute gut, spielten wir gegen Leipzig", blickte der 26-Jährige auf die Partie Mitte März 2019 zurück, die 0:1 verloren ging. "Von mir wurde erwartet, dass ich trotzdem komme und auf der Tribüne im Stadion das Spiel verfolge."

Der damalige Trainer Huub Stevens habe ihn daraufhin am nächsten Tag in die U23 versetzt. Neun Monate lang, die Dauer einer Schwangerschaft, musste er dort trainieren.

Bentaleb: Schalke hat "unglaubliche Fans"

"Ein anderes Mal wurde ich suspendiert, weil ich und ein anderer Spieler den Deutsch-Unterricht verpasst haben. Der Spieler hat eine Strafe bekommen und ich wurde mal wieder suspendiert", ärgerte sich Bentaleb.

"Sicherlich habe auch ich Fehler gemacht. Es war nicht immer alles korrekt. Aber wenn man nach Fehlern sucht, dann findet man auch welche", betonte er.

Trotz allem blickte der Algerier positiv auf die Zeit in Gelsenkirchen zurück. Insbesondere die ersten Jahre habe er mit "den unglaublichen Fans, die im Übrigen bis zum Schluss hinter mir standen, sehr genossen".

Die letzten zwei Jahre seien aber "die Hölle" gewesen. "Ich war mental an einem schlechten Ort. Leider konnte ich den Fans nie so richtig zeigen, was wirklich in mir steckt. Aber bereuen? Nein! Die Zeit war trotzdem sehr lehrreich. Daraus kann ich für den Rest meines Lebens lernen." Der FC Schalke 04 wollte die Vorwürfe Bentalebs auf Nachfrage der "WAZ" nicht kommentieren.

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